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10 Französisch (spätbeginnend) (4)

Französisch als spätbeginnende Fremdsprache baut auf Kenntnissen, Fertigkeiten und Grundhaltungen auf, welche die Schüler bereits im Unterricht der bisher erlernten Fremdsprachen und im Deutschunterricht erworben haben. Grundsätzlich findet der Unterricht in der Zielsprache statt, wobei Alter und Vorkenntnisse der Schüler einen raschen Fortschritt ermöglichen, der mit motivierenden Erfolgserlebnissen verbunden ist. Sprachreflexion und Sprachvergleich stehen im Dienst des Aufbaus der kommunikativen Kompetenz. Eine störungsfreie Verständigung hat dabei Vorrang vor der absoluten sprachlichen Korrektheit.

Der Unterricht ist von Anfang an gekennzeichnet durch einen bewussten methodischen und sprachlichen Transfer aus den bisher gelernten Fremdsprachen und der Muttersprache. Eine wichtige Rolle spielt dabei das selbständige Arbeiten der Schüler, die ein besonderes Interesse an Sprachen und eine entsprechend hohe Motivation und Leistungsbereitschaft mitbringen. Dies ermöglicht eine verstärkt kognitive Ausrichtung der Erarbeitung des Stoffes, wobei eine erschöpfende Behandlung der Grammatik nicht intendiert ist.

In der Jahrgangsstufe 10 lernen die Jugendlichen, alltägliche, noch wenig komplexe Situationen in mündlicher und schriftlicher Kommunikation zu bewältigen. Der Schwerpunkt liegt auf Hörverstehen und Sprechfertigkeit, während die Schriftsprache zunächst eher rezeptiv einbezogen wird. Zur Erweiterung ihrer interkulturellen Kompetenz gewinnen die Schüler erste Einblicke in Gesellschaft und Kultur Frankreichs. Die motivierende Begegnung mit authentischen Materialien aus dem französischen Sprach- und Kulturraum weckt bei ihnen Freude und Interesse an der neuen Sprache.

In der Jahrgangsstufe 10 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur elementaren Sprachverwendung entsprechend der Stufe A2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens

  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur Erschließung und Erstellung einfacher französischer Texte befähigen

  • Grundkenntnisse über Alltag, Kultur und Geographie Frankreichs; Aufgeschlossenheit für kulturelle Unterschiede

  • Transfer und selbständige Anwendung der bereits erworbenen grundlegenden Lernstrategien und Arbeitstechniken

Fspb 10.1 Sprache

Die reflektierende Betrachtung der sprachlichen Strukturen des Französischen, auch im Vergleich mit anderen Sprachen, regt die Schüler zu selbständigem Transferdenken an und ermöglicht ihnen ein bewussteres Erlernen der neuen Sprache. Die Kenntnis des Zusammenhangs zwischen Aussprache und Schreibkonventionen erleichtert die Erschließung sprachlicher Inhalte. Eine intensive Grammatikarbeit steht nicht im Vordergrund; vielmehr dient das Erlernen der sprachlichen Mittel vorrangig der kommunikativen Kompetenz. Die Schüler sollen häufig gebrauchte Redemittel aktiv beherrschen und weitere Formen und Strukturen verstehen können, die ihnen in gesprochener bzw. geschriebener Sprache, vor allem in alltäglichen Kommunikationssituationen, begegnen. Von Anfang an werden die Schüler nachdrücklich zum Sprechen ermuntert, und sie üben regelmäßig das Hörverstehen auch von authentischem Sprachmaterial. Im Leseverstehen können sie aufgrund ihrer Kenntnisse anderer Sprachen schnelle Fortschritte erzielen.

Kommunikative Fertigkeiten

Hörverstehen

  • einfache, langsam gesprochene und deutlich artikulierte Äußerungen in alltäglichen Kommunikationssituationen global und in wichtigen Details verstehen, ggf. mithilfe gelegentlicher Rückfragen

  • bei Hör- bzw. Hör-/Sehmaterial: authentische Äußerungen im français standard zu vertrauten Inhalten in Grundzügen verstehen

Mündliche Ausdrucksfähigkeit

  • elementare und häufig auftretende Kommunikationssituationen in sprachlich einfacher, aber angemessener Form bewältigen

  • in einfacher Weise Personen beschreiben, Sachverhalte darstellen, Ereignisse und Erlebnisse erzählen

  • in einfacher Weise die eigenen Gefühle beschreiben und Meinungen darlegen

Leseverstehen

  • einfache, auch authentische, klar strukturierte Texte über vertraute alltagsnahe Themen je nach Schwierigkeitsgrad und Leseintention bzw. Aufgabenstellung global oder im Detail verstehen oder ihnen bestimmte Informationen entnehmen (detailgenau, kursorisch bzw. selektiv lesen)

  • bekannte Texte in angemessenem Tempo mit sorgfältiger Artikulation und Intonation sinndarstellend vorlesen

Schriftliche Ausdrucksfähigkeit

  • Personen und Sachverhalte in einfacher Form beschreiben

  • alltagsnahe Ereignisse, Erlebnisse, Geschichten in einfacher Weise erzählen

  • in einfacher Form Gefühle und Meinungen ausdrücken

  • Dialoge entwerfen

Sprachmittlung

  • in einem einfachen Alltagsgespräch dolmetschend vermitteln

  • die Inhalte von einfachen Texten sinngemäß in die jeweils andere Sprache übertragen, dabei ggf. zusammenfassen bzw. vereinfachen

Sprachliche Mittel

Aussprache und Intonation

  • wesentliche Regeln zu Aussprache und Intonation des français standard korrekt anwenden, auch unter Rückgriff auf den Schülern bereits bekannte einzelne französische Wörter, Ausdrücke und Wendungen sowie unter kontrastiver Einbeziehung des Deutschen und der bisherigen Fremdsprachen

Wortschatz und Idiomatik

  • die zur Bewältigung der genannten kommunikativen Aktivitäten und Themenbereiche notwendigen Wörter und Wendungen kennen und in eigenen Äußerungen gebrauchen, insbesondere: Redemittel zum Führen einfacher Gespräche, Wendungen zur Kommunikation im Unterricht, Grund- und wichtige Ordnungszahlen, Internationalismen, wichtige Konjunktionen und Präpositionen, wichtige Fragepronomen, conditionnel in frequenten alltäglichen Wendungen

  • die Bedeutung unbekannter Wörter mithilfe des Transfers aus anderen Sprachen, wichtiger Wortbildungsregeln bzw. aus dem Kontext erschließen, damit einen individuellen rezeptiven Wortschatz aufbauen

Grammatik

  • folgende Strukturen kennen und in eigenen Äußerungen gebrauchen:
    • Syntax: wichtige Satzarten und Satzgefüge für deskriptive, narrative und dialogische Äußerungen

    • Verb: Präsens der Verben auf -er, -ir (mit und ohne Stammerweiterung), -re, reflexive Verben, wichtige unregelmäßige Verben; häufige Imperativformen; häufig gebrauchte Formen des passé composé; imparfait; erste Aspektunterschiede beim Zeitengebrauch; futur composé

    • weitere Wortarten: Substantiv; bestimmter, unbestimmter und Teilungsartikel, Demonstrativbegleiter, Possessivbegleiter; Personal- und Objektpronomen, Relativpronomen (qui, que, où, ce qui, ce que), Adjektiv: Formen, Stellung; einige häufig gebrauchte Adverbien

  • folgende Strukturen kennen und in fremdsprachigen Äußerungen verstehen (rezeptiv): Häufung von Objektpronomen, auch in Verbindung mit y und en

Sprachreflexion

  • Gesetzmäßigkeiten von Lautung und Schreibung kennen

  • die Herkunft des Französischen kennen

  • häufig Sprachvergleiche anstellen (z. B. Wortbildung, Internationalismen, faux amis, Strukturen), Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen und diese Erkenntnisse für den Lernfortschritt und die Texterschließung nutzen

  • sich ggf. Interferenzen bewusstmachen, die durch das Deutsche und die Kenntnis anderer Sprachen auftreten können

Fspb 10.2 Umgang mit Texten und Medien

Kurze, einfache und inhaltlich ansprechende Texte führen die Schüler in den französischen Sprach- und Kulturraum ein und ermöglichen ihnen einen systematischen Aufbau ihrer aktiven sprachlichen Fertigkeiten. Von Anfang an begegnen die Schüler auch Originaltexten, die sie – ggf. mit geeigneten Hilfsmitteln – erschließen. Schon im Verlauf des ersten Lernjahrs erhalten sie so Zugang auch zu anspruchsvolleren Texten.

Die Schüler verfügen bereits über ein breites Spektrum an Schreibkonventionen sowie über Techniken des mündlichen Vortrags. Sie wenden diese nun auf ihren Gebrauch der französischen Sprache an, um in angemessener Form auf alltagsnahe Rede- und Schreibanlässe zu reagieren. Motivierende und kreative Aufgaben regen die Jugendlichen zu Äußerungen in der Zielsprache an.

Texterschließung

Textarten: textes fabriqués und zunächst einfache authentische nicht-fiktionale und fiktionale Texte, ggf. mit Anmerkungen: z. B. Dialoge, bande(s) dessinée(s), kurze Erzählungen, einfache oder den Schülern inhaltlich geläufige Nachrichtenmeldungen bzw. Zeitungsberichte (ggf. in Auszügen), Hörszenen, einfache filmische Sequenzen, Chansons, ggf. Gedichte, Werbetexte, Beiträge aus dem Internet

  • verständnissichernde Fragen zum Text stellen und beantworten

  • Strategien zum Lese-, Hör- und Hör-/Sehverstehen sicher anwenden (globales, detailliertes, selektives Verstehen)

  • einfachere authentische Texte mithilfe eines Anmerkungsapparates bzw. eines zweisprachigen Wörterbuchs und von Transfertechniken selbständig erschließen

  • einige wichtige Fachbegriffe zur Textarbeit kennen und anwenden

Texterstellung

  • kurze Erlebnisse und Geschichten (nach-)erzählen, z. B. als monologue minute, über unmittelbar bevorstehende Ereignisse sprechen

  • Personen, Gegenstände und Sachverhalte beschreiben

  • Gefühle, Meinungen, die eigene Erfahrungswelt in einfacher Form darlegen

  • weitere anwendungsbezogene Schreib- und Sprechformen beherrschen, z. B. E-Mails, Briefe, Interviews

  • in kreativer Weise verschiedene Textvorgaben mündlich bzw. schriftlich (um-)gestalten

Fspb 10.3 Interkulturelles Lernen und Landeskunde

Die Schüler können an ihr Vorwissen über verschiedene Aspekte Frankreichs sowie weiterer französischsprachiger Länder anknüpfen, welches sie bereits in anderen Fächern und auch in außerschulischen Bereichen erworben haben. Die Begegnung mit authentischen Dokumenten verschafft ihnen in ausgewählten Schwerpunktbereichen einen direkten Zugang zur Lebenswirklichkeit im französischen Sprachraum. Ihre im vorausgegangenen Fremdsprachenunterricht angelegte Bereitschaft zu interkulturellem Verstehen und Handeln wird weiter sensibilisiert und ausgebaut. Den thematischen Rahmen bilden vorwiegend alltagsnahe Kommunikationssituationen aus der Erfahrungswelt Jugendlicher.

  • Anrede- und Grußformeln, Höflichkeitsfloskeln

  • Alltag: Schule und Freizeitgestaltung, Familie und Freundeskreis, Lebensgewohnheiten, Küche

  • typische Situationen bei einem Aufenthalt in Frankreich, z. B. Einkauf, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Unterbringung

  • wichtige französische Städte und Regionen

  • Verbreitung der französischen Sprache in Europa und in der Welt

Fspb 10.4 Lernstrategien und Methoden selbständigen Arbeitens

Die Schüler übertragen ihr Repertoire an Lernstrategien und Arbeitstechniken aus bereits erlernten Fremdsprachen auf das neue Fach und nutzen die zur Verfügung stehenden Medien. Die zunehmend selbständige und zielgerichtete Anwendung auf die spezifischen Erfordernisse des Französischen dient der Festigung des Gelernten und der Erweiterung des Wissens.

  • Kenntnisse aus der Muttersprache und bereits erworbenen Fremdsprachen bewusst zum Spracherwerb einsetzen

  • Prinzipien der Wortschatzstrukturierung und Kenntnisse der Wortbildung zum Lernen und Wiederholen nutzen

  • Methoden der Selbstkorrektur sowie individuell geeignete Strategien zum Erlernen und Wiederholen von Wortschatz und Grammatik festigen und erweitern

  • unterschiedliche Lesetechniken und Texterschließungsstrategien gezielt anwenden

  • sich mit Umschreibungen behelfen, wenn bei eigenen Äußerungen Wortschatz fehlt

  • Techniken des Rückfragens einsetzen, wenn Verständnisschwierigkeiten bestehen

  • Nachschlagewerke und Hilfsmittel wie zweisprachiges Wörterbuch, Grammatik, Zusatzmaterialien zum Lehrbuch sowie elektronische Medien sachgerecht und gezielt verwenden

  • Lern- und Arbeitsprozesse, auch in Phasen von Gruppen- oder Projektarbeit, selbständig organisieren

  • Informationen – aus verschiedenartigen französischsprachigen, ggf. auch deutsch- oder anderssprachigen Quellen – auswählen, auswerten und adressatengerecht präsentieren; Präsentationstechniken üben

  • ggf. Kontakte mit Muttersprachlern (einzeln oder im Klassenverband) knüpfen und pflegen, z. B. über elektronische Medien

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