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Home » Lehrplan (Pflicht-/Wahlpflichtfächer) » III Jahrgangsstufen-Lehrplan » Jahrgangsstufe 10 » Türkisch (spb)
10 Türkisch (spätbeginnend) - gültig ab Schuljahr 2011/2012 (4)

Türkisch als spätbeginnende Fremdsprache baut auf Kenntnissen, Fertigkeiten und Grundhaltungen auf, welche die Schüler bereits im Unterricht der bisher erlernten Fremdsprachen und im Deutschunterricht erworben haben. Grundsätzlich findet der Unterricht in der Zielsprache statt, wobei Alter und Vorkenntnisse der Schüler zwar einen relativ raschen Fortschritt ermöglichen, der mit motivierenden Erfolgserlebnissen verbunden ist, insgesamt aber der Besonderheit des Türkischen als distante und agglutinierende Sprache Rechnung zu tragen ist. Daher stehen Sprachreflexion und Sprachvergleich zwar wie bei allen in der gymnasialen Stundentafel ausgewiesenen modernen Fremdsprachen im Dienst des Aufbaus der kommunikativen Kompetenz, der Pflege dieser Bereiche ist aber im Vergleich zu den bisher von den Schülerinnen und Schülern erlernten Fremdsprachen ein stärkeres Augenmerk zu schenken, wobei einer störungsfreien Verständigung Vorrang vor der absoluten sprachlichen Korrektheit einzuräumen ist.
Der Unterricht ist von Anfang an gekennzeichnet durch einen bewussten methodischen und sprachlichen Transfer aus den bisher gelernten Fremdsprachen und der Muttersprache. Eine wichtige Rolle spielt dabei das selbständige Arbeiten der Schüler, die ein besonderes Interesse an Sprachen und eine entsprechend hohe Motivation und Leistungsbereitschaft mitbringen. Dies ermöglicht eine verstärkt kognitive Ausrichtung der Erarbeitung des Stoffes, wobei eine erschöpfende Behandlung der Grammatik nicht intendiert ist.
In der Jahrgangsstufe 10 lernen die Jugendlichen, alltägliche, noch wenig komplexe Situationen in mündlicher und schriftlicher Kommunikation zu bewältigen. Der Schwerpunkt liegt auf Hörverstehen und Sprechfertigkeit, während die Schriftsprache zunächst eher rezeptiv einbezogen wird. Zur Erweiterung ihrer interkulturellen Kompetenz gewinnen die Schüler erste Einblicke in Gesellschaft und Kultur der Türkei. Die motivierende Begegnung mit authentischen Materialien aus dem türkischen Sprach- und Kulturraum weckt bei ihnen Freude und Interesse an der neuen Sprache.

In der Jahrgangsstufe 10 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur elementaren Sprachverwendung entsprechend der Stufe A 1 mit Elementen der Stufe A 2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur Erschließung und Erstellung einfacher türkischer Texte befähigen
  • Grundkenntnisse über Alltag, Kultur und Geographie der Türkei; Aufgeschlossenheit für kulturelle Unterschiede
  • Transfer und selbständige Anwendung der bereits erworbenen grundlegenden Lernstrategien und Arbeitstechniken

Trspb 10.1      Sprache

Die Schüler erwerben eine am TRT (Türkische Funk- und Fernsehanstalt) orientierte, auf Istanbuler Dialekt basierende  standardsprachliche Aussprache und Intonation sowie Grundkenntnisse und -fertigkeiten in mündlicher wie schriftlicher Sprachproduktion und -rezeption. Das Erlernen der sprachlichen Mittel dient dabei vorrangig der kommunikativen Kompetenz; daher kommt auf Grund des agglutinierenden Charakters der türkischen Sprache einer im Vergleich zu den bisher erlernten modernen Fremdsprachen intensiveren Grammatikarbeit eine größere Bedeutung zu. Mittels Transfers aus den bereits erlernten Fremdsprachen können bestimmte sprachliche Phänomene nur zu einem geringen Anteil erschlossen werden, so dass der Aufbau eines vertieften Verständnisses der türkischen Wortbildungsmuster zu sichern ist. Von Anfang an werden die Schüler nachdrücklich zum Sprechen ermuntert; daneben trainieren sie intensiv ihr Hörverstehen auch anhand von authentischem Sprachmaterial. Die Schüler sollen häufig gebrauchte grammatische Formen aktiv beherrschen und zudem etwas komplexere Formen und Strukturen verstehen können, wenn sie ihnen in gesprochener bzw. geschriebener Sprache vor allem in alltäglichen Kommunikationssituationen begegnen. Im Leseverstehen können sie aufgrund ihrer Kenntnisse anderer Sprachen schnelle Fortschritte erzielen.

Kommunikative Fertigkeiten

Hörverstehen

  • einfache, nicht zu schnell gesprochene und deutlich artikulierte Äußerungen, Fragen und Aufforderungen in alltäglichen Kommunikationssituationen global und in wichtigen Details verstehen
  • bei Hör- und ggf. Hör-/Sehmaterial: einfache Äußerungen im Standardtürkischen zu vertrauten Themen in Grundzügen verstehen

 

Mündliche Ausdrucksfähigkeit

  • elementare und häufig auftretende Kommunikationssituationen in sprachlich einfacher, aber angemessener Form bewältigen
  • sich in einfacher Weise über Vorlieben und Gewohnheiten äußern
  • mit einfachen Mitteln Personen und Gegenstände beschreiben und Erlebnisse erzählen

 

Leseverstehen

  • einfachere – auch authentische – Texte zu alltäglichen Themen global und in wichtigen Details verstehen
  • verschiedenartigen Texten zu vertrauten Themen gezielt Informationen entnehmen (detailgenau, kursorisch bzw. selektiv lesen)
  • bekannte Texte in angemessenem Tempo mit korrekter Artikulation und Intonation vorlesen

 

Schriftliche Ausdrucksfähigkeit

  • Personen, Gegenstände und alltägliche Situationen sowie Vorlieben und Gewohnheiten in einfacher Weise beschreiben
  • Gefühle ausdrücken und Meinungen in einfacher Form darlegen
  • Ereignisse und Erlebnisse in einfachen, zusammenhängenden Sätzen darstellen
  • Dialoge entwerfen

 

Sprachmittlung

  • einfache alltagsnahe Inhalte dolmetschend vermitteln
  • wenig komplexe Inhalte aus vertrauten Themenbereichen in die jeweils andere Sprache sinngemäß übertragen, dabei ggf. zusammenfassen bzw. vereinfachen
  • ggf. auf kontrastive Aspekte angelegte Textvorgaben ins Türkische übersetzen

Sprachliche Mittel

Aussprache und Intonation

  • eine am Standardtürkischen orientierte Aussprache und Intonation erlernen, auch unter Rückgriff auf den Schülern bereits bekannte einzelne türkische Wörter, Ausdrücke und Wendungen sowie unter kontrastiver Einbeziehung des Deutschen und der bisherigen Fremdsprachen

 

Wortschatz und Idiomatik

  • die zur Bewältigung der genannten kommunikativen Aktivitäten und der ausgewiesenen Themenbereiche notwendigen Wörter und Wendungen kennen und in eigenen Äußerungen gebrauchen 
  • Wendungen zur Kommunikation im Unterricht; erster Wortschatz zu Worterklärung und Paraphrasierungstechniken; wichtige grammatische Fachbegriffe; besondere Pluralformen; Grund- und Ordnungszahlen (auch wichtige Bruchzahlen, Datum und Uhrzeit); wichtige Interrogativadjektive, -pronomina und –adverbien; wichtige Postpositionen; Mengenangaben; wichtige Indefinitadjektive und –pronomina (z. B. bazı, hepsi, hangi)
  • die Bedeutung unbekannter Wörter mit Hilfe wichtiger Wortbildungsregeln bzw. aus dem Kontext erschließen und damit einen individuellen rezeptiven Wortschatz aufbauen

 

Grammatik

folgende Strukturen kennen und in eigenen Äußerungen gebrauchen: 

  • Syntax: Aussagesatz, Fragesatz, Aufforderungssatz; Verneinung; Objektpronomen (Formen und Stellung)
  • Kopulativ- und Possessivsuffixe und die Personalpronomen dazu
  • Verb: bestimmte und unbestimmte Gegenwart (Präsens und Aorist); Futur und Perfekt auf –di und miş; Aufforderungsformen (Optativ und Imperativ)
  • das Kasussystem (die fünf Fälle); Genitiv als nominaler Attributionskasus
  • istemek als Entsprechung des dt. Modalverbs „wollen/möchten“; lâzım/gerek als Wiedergabe von Notwendigkeit; Existenzfeststellungsätze mit var/yok (Entsprechung von „haben“)
  • wichtige Aspektunterschiede beim Zeitengebrauch im „Präsens“ und „Perfekt“
  • wichtige Wortbildungssuffixe und weitere Pronomen und Adverbien

 

Sprachreflexion

  • Gesetzmäßigkeiten von Lautung und Schreibung kennen
  • sich ggf. Interferenzen bewusst machen, die durch das Deutsche und die Kenntnis anderer Sprachen auftreten können
  • die Verwendung der behandelten Gegenwarts- und Vergangenheitstempora kennen, auch im Vergleich mit anderen Sprachen 

Trspb 10.2      Umgang mit Texten und Medien

Die Schüler arbeiten im ersten Lernjahr meist mit kurzen, einfachen und inhaltlich ansprechenden Texten. Die  sprachlichen Kenntnisse, die sie beim Erlernen von mindestens zwei Fremdsprachen bereits erworben haben, und ihre Vertrautheit mit Techniken der Texterschließung ermöglichen den Schülern aber auch bereits von Anfang an die Rezeption anspruchsvollerer authentischer Texte. Zudem verfügen die Schüler bereits über ein breites Spektrum an Schreibkonventionen und Techniken des mündlichen Vortrags, die sie nun auf ihren Gebrauch der türkischen Sprache anwenden, um in angemessener Form auf alltagsnahe Rede- und Schreibanlässe zu reagieren. Altersgemäße und landeskundlich relevante Themen sollen Interesse an der Auseinandersetzung mit dem türkischen Sprach- und Kulturraum wecken und ggf. bereits vorhandene Erfahrungen und Kenntnisse in Bezug auf die Türkei aufgreifen. 

Texterschließung

Textarten: eigens für Unterrichtszwecke verfasste und einfache authentische nicht-fiktionale und fiktionale Texte, ggf. mit Anmerkungen: Dialoge, Briefe, Sachtexte, Beiträge aus dem Internet, kurze Erzählungen, Hörtexte, Lieder, Gedichte, Bildgeschichten, çizgi roman,  Werbung, Hinweisschilder, Graphiken, ggf. einfache Filmsequenzen

  • Fragen zum Global- und Detailverständnis von Texten beantworten und stellen
  • einige grundlegende Fachbegriffe zur Textarbeit beherrschen und anwenden

Texterstellung

Textarten: kurze alltagsnahe, auch szenische Dialoge; einfache persönliche und sachliche Mitteilungen, Notizen, Briefe; Geschichten

  • Fragen zum Inhalt von behandelten Texten zusammenhängend und klar strukturiert beantworten
  • kurze, einfache und klar gegliederte Texte über vertraute Themen aus der eigenen Erfahrungswelt verfassen
  • einfache Texte und Geschichten nacherzählen und selbst verfassen
  • kreatives Schreiben: einfache Texte nach Vorgaben bzw. Impulsen (um-)gestalten

Trspb 10.3      Interkulturelles Lernen und Landeskunde

Die Schüler können an ihr Vorwissen über verschiedene Aspekte der Türkei anknüpfen, welches sie bereits in anderen Fächern und auch in außerschulischen Bereichen erworben haben (Nachbarschaft, Medien, Urlaubserlebnisse). Sie vertiefen ihre bisherigen Erfahrungen mit interkulturellem Lernen in der Begegnung mit der türkischen Kultur in ihrer regionalen Vielfalt. Insbesondere anhand der Situation Gleichaltriger gewinnen sie einen Einblick in die Türkei und lernen, sich in Alltagssituationen angemessen und höflich zu verhalten. Im situationsbezogenen und handlungsorientierten Umgang mit authentischen landeskundlichen Materialien erkennen sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur eigenen Lebenssituation und lernen, anderen Kulturen offen, unvoreingenommen und mit Respekt gegenüberzutreten. 

  • Anrede- und Grußformeln, elementare Höflichkeitsfloskeln und Konventionen
  • einfache nonverbale Mittel der Kommunikation (v. a. Gestik und melodische Ausdrücke wie yoo? yoo!)
  • Alltagsleben (Familie, Freundeskreis, Schule, Beruf, Freizeit, Lebensgewohnheiten); wichtige Feste und Traditionen
  • typische Situationen bei einem Aufenthalt in der Türkei, z. B. Einkauf, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Unterbringung
  • geographische Grundzüge der Türkei (z. B. wichtige Städte, Landschaften, Sehenswürdigkeiten)
  • ggf. wichtige aktuelle Ereignisse und bedeutende Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur, Musik, Geschichte,Sport, Zeitgeschehen u. a. 

Trspb 10.4       Lernstrategien und Methoden selbständigen Arbeitens

Die Schüler übertragen ihr Repertoire an Lernstrategien und Arbeitstechniken aus bereits erlernten Fremdsprachen auf das neue Fach und nutzen die zur Verfügung stehenden Medien. Die zunehmend selbständige und zielgerichtete Anwendung auf die spezifischen Erfordernisse des Türkischen dient der Festigung des Gelernten und der Erweiterung des Wissens. 

  • Kenntnisse aus der Muttersprache und bereits erworbenen Fremdsprachen bewusst zum Spracherwerb einsetzen
  • Prinzipien der Wortschatzstrukturierung und Kenntnisse der Wortbildung zum Lernen und Wiederholen nutzen
  • Methoden der Selbstkorrektur sowie individuell geeignete Strategien zum Erlernen und Wiederholen von Wortschatz und Grammatik festigen und erweitern
  • unterschiedliche Lesetechniken und Texterschließungsstrategien gezielt anwenden
  • sich mit Umschreibungen behelfen, wenn bei eigenen Äußerungen Wortschatz fehlt
  • Techniken des Rückfragens einsetzen, wenn Verständnisschwierigkeiten bestehen
  • Nachschlagewerke und Hilfsmittel wie zweisprachiges Wörterbuch, Grammatik, Zusatzmaterialien zum Lehrbuch sowie elektronische Medien sachgerecht  und gezielt verwenden
  • Lern- und Arbeitsprozesse, auch in Phasen von Gruppen- oder Projektarbeit, selbständig organisieren
  • Informationen – aus verschiedenartigen türkischsprachigen, ggf. auch deutsch- oder anderssprachigen Quellen – auswählen, auswerten und adressatengerecht präsentieren; Präsentationstechniken üben
  • ggf. Kontakte mit Muttersprachlern (einzeln oder im Klassenverband) knüpfen und pflegen, z. B. über elektronische Medien
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