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Home » Weitere Lehrpläne » Abendgymnasien » Geschichte mit Sozialkunde
1/2 Geschichte mit Sozialkunde (1)

Der Unterricht im Fach Geschichte mit Sozialkunde in den ersten und zweiten Jahrgangsstufen des Abendgymnasiums hat sich methodisch und didaktisch u. a. an der besonderen Ausgangssituation und an der Zielvorgabe zu orientieren. Die Ausgangssituation ist geprägt durch die qualitativ wie quantitativ sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der neu eintretenden Studierenden. Die Zielvorgabe ist der Übertritt in die letzten zwei Jahrgangsstufen, deren Lehrpläne im Hinblick auf das Zentralabitur identisch sind mit denen der Tagesgymnasien. Die Auswahl der Methoden und der Stoffe im Geschichtsunterricht der 1. und 2. Jahrgangsstufen des Abendgymnasiums muss geeignet sein, die erheblichen Unterschiede in Fachwissen und Arbeitstechniken auf ein Niveau zu bringen, welches den erfolgreichen Besuch der 3. und 4. Jahrgangsstufe (= 11./12. Jahrgangsstufe im G8) und das Zentralabitur ermöglicht.

Als Ausgangssituation kann bei unseren Studierenden nicht angenommen werden, was der Lehrplanentwurf für die 11./12. Jahrgangsstufe des Tagesgymnasiums im Vorspann unterstellt: „ Nach Erarbeitung wesentlicher Epochen, Ereignisse, Begrifflichkeiten und Methoden der Geschichte im chronologisch-genetischen Durchgang durch die Geschichte in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 verfügen die Schüler über einen soliden Orientierungsrahmen.“ Der vorliegende Lehrplanentwurf für die 11./12. Jahrgangsstufe „löst sich vom genetisch-chronologischen Strukturierungskonzept der Unter- und Mittelstufe“ zugunsten der Arbeit an „exemplarischen Themenbereichen“ (vgl. Online-Fassung), und zwar noch erheblich deutlicher als der bisherige CuLp der 11., 12. und 13. Jahrgangsstufe. Er enthält bewusst erhebliche Lücken im chronologischen Grundwissen und damit in den Verständnisgrundlagen für den Oberstufenstoff. Diese Lücken, die wir in der 1./2. Jahrgangsstufe füllen müssen, betreffen große Teile der Ereignisgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die in der neuen 8./9./10. Jahrgangsstufe behandelt werden, u.a. so grundlegende Ereignisse wie die Revolution 1848/49, die Reichsgründung 1871, Vorgeschichte, Verlauf und Auswirkungen des 1. Weltkriegs, Machtergreifung 1933, 2. Weltkrieg, Blockbildung, deutsche Teilung, Kalter Krieg, Entspannungspolitik, Wiedervereinigung und vereintes Deutschland, europäischer Integrationsprozess, Welt nach 1990. Diese Themen in den Unterricht der 3./4. Jahrgangsstufe hineinzuzwängen ist unmöglich, sie völlig zu ignorieren ebenso. Eine 1:1 Übernahme des G8-Lehrplans 9. und 10. Jahrgangsstufe wäre denkbar (wenn wir die dort vorgesehenen „Vertiefungsstunden“ streichen), würde jedoch ein Einsetzen des Stoffs erst mit 1929 (Weltwirtschaftskrise) bedeuten, somit eine inakzeptable Vernachlässigung jeglicher Geschichte davor, verbunden mit unsinniger Stofffülle. Andererseits brächte ein Lehrplan, der völlig von den Lehrplänen für das G8 abweicht, erhebliche Probleme bei der Verwendung von Unterrichtsbüchern mit sich, somit eine Erschwernis für Schüler wie Lehrkräfte.

Der vorgelegte Lehrplanentwurf erstrebt

  • ein Einstiegsniveau, das den Voraussetzungen unserer Anfänger nahe kommt,
  • eine tragfähige Grundlage für den Unterricht der 3./4. Jahrgangsstufe und
  • die Verwendung zugelassener Lehrbücher durch Anlehnung an die Lehrpläne des Tagesgymnasiums.

Die Wahlmöglichkeit im 1. Halbjahr der 1. Jahrgangsstufe schafft die Freiheit, im Geschichtsunterricht nicht nur Nahes und Aktuelles, sondern auch Fernes und Fremdes kennen zu lernen sowie Neigungen und Wünsche von Klassen und Lehrkräften zu berücksichtigen.

Jahrgangsstufe 1

1. Halbjahr

Alternativ (nach Entscheidung durch die Klassenlehrkraft und in Abstimmung mit der Klasse):

Ausgewählte Kapitel der antiken Geschichte

(besonders naheliegend in Latein-Klassen; Anlehnung an den G8-Lehrplan 6. Jahrgangsstufe und ein entsprechendes Lehrbuch möglich)

Die griechisch-hellenistische Welt (ca. 8 Std.)

In der Beschäftigung mit dem antiken Griechenland begegnen die Schüler Grundlagen der europäischen Kultur. Am Beispiel Athens erhalten sie Einblick in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft eines Stadtstaates. Sie lernen den Hellenismus als Zeitalter der Ausbreitung griechischer Zivilisation kennen.

Anzustrebende Grundkenntnisse:

  • Kultur der griechischen Antike: Götterwelt, Olympische Spiele, Literatur
  • Entwicklungsbedingungen der attischen Polis: Gesellschaft, Wirtschaft, Perserkriege
  • Blütezeit Athens unter Perikles: Prinzip der Demokratie, Alltagsleben, Bildende Kunst
  • Alexanderreich und Hellenismus
  • Herrschaftsformen der Antike: Monarchie, Aristokratie und Demokratie

Das Imperium Romanum [→ L1 6.3, L2 6.3] (ca. 8 Std.)

Die Schüler gewinnen einen Überblick über die Entstehung und historische Entwicklung des römischen Staatswesens sowie über die Ausbreitung der römischen Herrschaft und Zivilisation.

  • Anfänge Roms
  • römische Republik: Grundzüge der Verfassung, Gesellschaft, räumliche Expansion
  • von der Republik zum Prinzipat, Herrschaft im Zeitalter des Augustus
  • Auswirkungen römischer Herrschaft in den Provinzen, z. B. Raetia, Noricum
  • Zerfall des Römischen Reiches, Völkerwanderung, Beginn und Ausbreitung des Islam

Methoden-Fertigkeiten

  • Arbeiten mit unterschiedlichen Quellen, Erkennen ihrer Perspektivität
  • Auswerten gegenständlicher Quellen, Denkmäler und Bilder (strukturierte Beschreibung, Analyse und Interpretation nach Leitfragen)
  • Einblick in die Entstehung, Verbreitung und Wirkung von Bildern
  • Arbeiten mit einfachen Graphiken, Schaubildern und Karten
  • Recherchieren einfacher historischer Sachverhalte in Nachschlagewerken und im Internet

oder:

Ausgewählte Themen vom Mittelalter bis zum Absolutismus (ca. 16 Std.)

(Anlehnung an den G8-Lehrplan und ein entsprechendes Lehrbuch für die 7. Jahrgangsstufe möglich)

Die Studierenden lernen Grundzüge der alteuropäischen Gesellschaft im Mittelalter und in der frühen Neuzeit kennen und erfahren von Begegnungen der Europäer mit fremden Zivilisationen. Die Europäisierung der Erde wird ihnen als eine Vorstufe der modernen Globalisierung vermittelt. Renaissance, Humanismus, Reformation und Konfessionskriege begreifen sie als eine Phase, in der im Innern das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft thematisiert, nach außen die europäische Staatenwelt neu geordnet wird. Am Beispiel des Absolutismus und der konstitutionellen Monarchie lernen sie wichtige Veränderungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft während der frühen Neuzeit kennen.

Anzustrebende Grundkenntnisse:

  • 800 Kaiserkrönung Karls des Großen
  • König; Kaiser; Grundherrschaft; Lehenswesen; Vasall; Herzog; Adel; Reichskirche; Investiturstreit; 1077 Heinrich IV. in Canossa; Staufer; Ritter; Kreuzzug; Stadtrecht; Reichsstadt; Bürger; Patrizier; Zunft; Kurfürsten; Territorialstaat
  • 1453 Eroberung Konstantinopels; Neuzeit; Renaissance; Humanismus; 1492 Entdeckung Amerikas
  • Luther; 1517 Beginn der Reformation
  • 1618-1648 Dreißigjähriger Krieg; Westfälischer Friede; Absolutismus; Hegemoniestreben; stehendes Heer; Merkantilismus

Methoden-Fertigkeiten

  • Arbeiten mit unterschiedlichen Quellen, Erkennen ihrer Perspektivität
  • Auswerten gegenständlicher Quellen, Denkmäler und Bilder (strukturierte Beschreibung, Analyse und Interpretation nach Leitfragen)
  • Einblick in die Entstehung, Verbreitung und Wirkung von Bildern
  • Arbeiten mit einfachen Graphiken, Schaubildern und Karten
  • Recherchieren einfacher historischer Sachverhalte in Nachschlagewerken und im Internet

2. Halbjahr

Vom Zeitalter der Aufklärung bis 1914 (Das „lange 19. Jahrhundert“)

(in Anlehnung an den G8-Lehrplan der Jahrgangsstufe 8 auf der Grundlage eines Lehrbuchs für dieselbe Jahrgangsstufe)

Die Studierenden setzen sich mit dem Übergang von der alteuropäischen zur industriellen Gesellschaft auseinander. Sie lernen Ansätze zur Ausbildung demokratischer Strukturen sowie Hemmnisse und Rückschläge auf diesem Weg kennen. Dies erlaubt ihnen, die historischen Grundlagen freiheitlich-demokratischer Wertvorstellungen in ihrem Gegensatz zu Obrigkeitsdenken, Nationalismus und politischem Extremismus zu erfassen.

Europa im Zeitalter der Revolutionen (ca. 12 Std.)

Die Studierenden gewinnen einen Überblick über die Ereignisse während der Epoche der Französischen Revolution und der Ära Napoleons. Sie lernen am deutschen Beispiel die Wechselwirkungen liberaler, nationaler und restaurativer Kräfte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kennen.

  • Ursachen der Französischen Revolution im Überblick, u. a. Aufklärung
  • Revolution in Frankreich im Jahr 1789
  • Revolutionsentwicklung bis 1794
  • Kaisertum Napoleons
  • territoriale Veränderungen und innere Reformen in Deutschland am Beispiel Bayerns unter Montgelas
  • Nationalidee und Befreiungskriege
  • Wiener Kongress: europäische Neuordnung und Deutscher Bund
  • Restauration, liberale und nationale Bewegung
  • Revolution von 1848/49

Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland 1850 bis 1914 (ca. 6 Std.)

Die Studierenden lernen die Industrialisierung in Deutschland sowie ihre Auswirkungen kennen und setzen sich mit den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen im deutschen Kaiserreich auseinander.

  • Merkmale der Industrialisierung
  • soziale Frage und Sozialismus
  • Reichsgründung 1871
  • Politik im Kaiserreich: Obrigkeitsstaat, Kulturkampf, Sozialistengesetz

Jahrgangsstufe 2

Deutschland und Europa zwischen 1914 und 1995, zwischen Selbstzerstörung und Neuorientierung (ca. 38 Std.)

(in Anlehnung an den G8-Lehrplan der Jahrgangsstufen 8 mit 10, v. a. auf der Grundlage eines Lehrbuchs für die 9. Jahrgangsstufe)

Anzustrebende Grundkenntnisse

(v. a. Ereignisse und Zusammenhänge, welche im Lehrplan der Jahrgangsstufen 11 und 12 vorausgesetzt, aber nicht explizit unterrichtet werden):

  • 1914-1918 Erster Weltkrieg; 1917 Russische Revolution; 1918 Novemberrevolution; Weimarer Verfassung; Vertrag von Versailles; Inflation; 1923 Hitlerputsch
  • Ende der Weimarer Republik (1929/30-1933): Weltwirtschaftskrise, Präsidialkabinette; Ideologie des Nationalsozialismus, u. a. „Rassenlehre“, Antisemitismus und „Führergedanke“ [ Ev. 9.1]; „Machtergreifung“ und „Gleichschaltung“; Expansions- und Eroberungspolitik des „Dritten Reichs"
  • Zweiter Weltkrieg; Situation in Deutschland in Folge von Kriegsniederlage und bedingungsloser Kapitulation; Flucht und Vertreibung
  • Besatzungsherrschaft und staatlicher Neubeginn; Nürnberger Prozesse, Entnazifizierung; Zerbrechen des alliierten Bündnisses und Teilung Deutschlands; Entstehung gegensätzlicher politischer und wirtschaftlicher Strukturen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR; Auswirkungen auf das Alltagsleben in Ost und West; Blockbildung im Zeichen des Kalten Kriegs; außen- und deutschlandpolitische Entscheidungen bis zum Beginn der 1960er Jahre; Mauerbau; Anfänge der europäischen Integration in West- und Mitteleuropa
  • Ende der bipolaren Welt: von der Verhärtung des Ost-West-Verhältnisses zur Auflösung des Ostblocks und der Sowjetunion [ K 9.3, Geo 10.4]; von der Wende in der DDR zur deutschen Einheit
  • Entkolonialisierung: Grundzüge und Auswirkungen auf die betroffenen Völker an einem Beispiel; Nord-Süd-Konflikt: die Entwicklungsländer seit der Loslösung von den ehemaligen Kolonialmächten

Methodische Fertigkeiten

  • zunehmend selbständiges Arbeiten mit schriftlichen Quellen
  • Exzerpieren darstellender Texte
  • Interpretieren von Historiengemälden, Karikaturen und Plakaten als unterschiedliche Bildquellen

Einsicht

in die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit zur Verhinderung von Kriegen

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