Aufgrund der pragmatischen Ausrichtung des Faches als spätbeginnender Fremdsprache liegt für die Schüler der Schwerpunkt auf der Bewältigung von einfachen Kommunikationssituationen vor allem im Bereich des Mündlichen. Im Bereich der Schriftsprache steht ebenfalls der Anwendungsbezug im Vordergrund, hier vor allem die Ausbildung des Leseverstehens, zunehmend auch von Texten in Schriftzeichen. Der Blick der Jugendlichen weitet sich dabei allmählich über die Erfordernisse alltagsnaher Kommunikation hinaus in Richtung Interkulturalität: Sie arbeiten teils bereits selbständig mit verschiedenartigen Quellen, beschäftigen sich mit wichtigen Themen und Entwicklungen im chinesischen Sprach- und Kulturraum und erweitern so ihre interkulturelle Kompetenz. In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Aspekten der chinesischen Lebenswirklichkeit und ihrer historischen Voraussetzungen im 19. und 20. Jahrhundert gelangen sie zu einem vertieften Verständnis des heutigen China. Ihre Freude an der chinesischen Sprache wird durch die Begegnung mit authentischen Materialien, vor allem mit Sachtexten, punktuell aber auch mit kurzen, ästhetisch ansprechenden literarischen Texten gefördert. Im Rahmen je eines Unterrichtsmoduls vertiefen die Schüler in den Jahrgangsstufen 11 und 12 gezielt landeskundliche und interkulturelle Aspekte. Der methodische Schwerpunkt ergibt sich jeweils abhängig von der Themenwahl; außerschulische Kontakte in diesem Zusammenhang sind wünschenswert, sofern sie sich anbieten.
In der Jahrgangsstufe 11 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
Chispb 11.1 SpracheDie Schüler festigen die Fertigkeiten und Kenntnisse aus dem ersten Lernjahr – auch durch regelmäßige Wiederholung – und erweitern themenspezifisch ihren Wortschatz und die aktiv verfügbaren Strukturen. Im Sprechen und im Schreiben agieren sie allmählich sicherer. In der Begegnung mit chinesischsprachigen Texten und Kommunikationssituationen verbessern sie – auch unter Rückgriff auf Hilfsmittel – ihr Hör- und Leseverstehen. Die Pinyin-Umschrift spielt weiterhin eine wichtige Rolle beim Ausbau der sprachlichen Fertigkeiten. Die Festigung und Erweiterung ihres Zeichenschatzes verschafft den Schülern aber auch Zugang zu einer größeren Zahl von in Schriftzeichen geschriebenen, auch authentischen Texten. Indem sie sich verstärkt Strukturen bewusstmachen, Sprachvergleich und Transfermöglichkeiten soweit möglich nutzen, können die Schüler ihre sprachlichen Mittel und damit ihre kommunikative Kompetenz gezielt erweitern. Kommunikative FertigkeitenHörverstehen
Mündliche Ausdrucksfähigkeit
Leseverstehen
Schriftliche Ausdrucksfähigkeit
Sprachmittlung
Sprachliche MittelSchrift
Aussprache und Intonation
Wortschatz und Idiomatik
Grammatik
Sprachreflexion
Chispb 11.2 Umgang mit Texten und MedienDie Schüler beschäftigen sich zunehmend mit authentischen Texten bzw. Textausschnitten, in erster Linie mit Sachtexten; dabei wenden sie die bereits eingeübten Techniken der Texterschließung und Texterstellung zunehmend selbständig an. Sie erhalten einen erweiterten Einblick in den chinesischen Sprach- und Kulturraum sowie einen ersten Einblick in die chinesische Literatur. Dabei werden literarische Texte themenbezogen ausgewählt; eine systematische Behandlung von Literatur ist nicht vorgesehen. Detaillierte Textarbeit kann nur im Rahmen des relativ beschränkten Wort- und Zeichenschatzes geleistet werden. Bei der eigenen Textproduktion stehen weiterhin praxisnahe Rede- und Schreibanlässe im Vordergrund, welche die Schüler auf die Anwendung der chinesischen Sprache auch im außerschulischen Bereich vorbereiten. Durch den kreativen Umgang mit Texten erhalten sich die Lernenden ihre Freude am Umgang mit dem Chinesischen. Die Sachthemen und die Inhalte literarischer Texte berücksichtigen die Interessenlagen der Jugendlichen. TexterschließungTextarten: allmählich komplexere, klar strukturierte Hör-, Hör-/Seh- und Lesetexte verschiedener Art; zunehmend auch authentische, ggf. didaktisierte und/oder annotierte, nicht-fiktionale und fiktionale Texte einfachen Schwierigkeitsgrades; kurze Sachtexte/Artikel aus Printmedien und dem Internet zu den behandelten Themen; kürzere, für das moderne Hochchinesisch bearbeitete literarische Texte (z. B. Tang-Gedichte und Gedichte aus dem 20. Jahrhundert, einzelne Sprüche aus philosophischen Schriften wie dem Lùnyŭ und dem Dàodéjīng)
TexterstellungErstellen sehr einfacher Texte zu bekannten Themen; auch unter Verwendung der lateinischen Umschrift Pinyin, soweit für die Texterstellung notwendige Schriftzeichen noch nicht produktiv beherrscht werden müssen Textarten: Inhaltsangaben und Bearbeitungen von einfachen Fragestellungen zu gegebenen Texten, kurze persönliche Stellungnahmen; im Rahmen kreativen Schreibens sehr einfache Texte (z. B. kurze Dialoge)
Chispb 11.3 Interkulturelles Lernen und LandeskundeDie Schüler erwerben – möglichst in Verbindung mit der sprachlichen Arbeit und auch anhand zunehmend authentischer Materialien bzw. Texte – tiefere Einblicke in wesentliche historische, politisch-gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen, die das Gesicht des heutigen China geprägt haben. Dabei soll zunächst der Einfluss der neueren Geschichte auf die Strukturen des modernen China und seine aktuellen Probleme untersucht werden. Die Beschäftigung mit China ermöglicht den Schülern sowohl eine vorurteilsfreie Erweiterung des Blicks auf die Besonderheiten gesellschaftlicher und kultureller Zustände in einer anderen Weltregion als auch auf aktuelle weltpolitische Fragestellungen.
Chispb 11.4 Lernstrategien und Methoden selbständigen ArbeitensDie Schüler lernen den sinnvollen und arbeitsökonomischen Umgang mit unterschiedlichen Medien und Nachschlagewerken und festigen dabei ihr Repertoire an Lernstrategien und Arbeitstechniken.
Chispb 11.5 Vertiefende Unterrichtsmodule in den Jahrgangsstufen 11 und 12In den Ausbildungsabschnitten 11.2 und 12.1 beschäftigen sich die Schüler im Rahmen eines Unterrichtsmoduls jeweils intensiv mit einem Themenkomplex. Das Modul in einem zeitlichen Umfang von insgesamt nicht weniger als 10 Unterrichtsstunden ermöglicht praxisorientiertes und fächerübergreifendes Arbeiten, ggf. unter Einbeziehung außerschulischer Kontakte. Je nach Wahl des Unterrichtsmoduls trainieren die Schüler dabei neben ihren kommunikativen Fertigkeiten auch methodische Kompetenzen wie z. B. Projektarbeit im Team, Präsentationstechniken und den Umgang mit Medien. Unter Einbeziehung von Vorwissen aus früheren Jahrgangsstufen und anderen Fächern gewinnen sie rasch einen vertieften Einblick in ausgewählte Aspekte des chinesischen Sprachraums und bereiten sich dabei auch auf Studium und Beruf vor. Die interkulturelle Perspektive fördert zugleich die Reflexion über das eigene Lebensumfeld im Vergleich zu China. Für die Auswahl des Moduls bieten sich als Bereiche an:
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