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Eth 6.2 Bewusstwerden eigener Wertvorstellungen und der anderer

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Im Vorgriff auf den Deutschunterricht der nächsten Jahrgangsstufe kann bereits mit einfachen Formen des Argumentierens begonnen werden. Zur anschaulichen Präsentation eignet sich das Streitgespräch. Neben der den Kindern vertrauten familientypischen Dialogsituation lässt sich auch eine Erweiterung in Form einer Gruppendiskussion mit verteilten Rollen durchführen. Die Anforderungen des Streitgesprächs sollten im Wesentlichen bekannt sein: präzises begrenztes Thema, Gesprächsregeln (Ausreden-Lassen, aufmerksames Zuhören, Bezugnahme auf den Gesprächspartner, Sachlichkeit u. a.), einfache Formen des Argumentierens. Die Umsetzung erfordert ein vertrauensvolles Gesprächsklima und sollte den Schülerinnen und Schülern das Maß ihrer Mitwirkung nicht vorschreiben (z. B. durch Aufteilung in Diskutierende und Beobachtende). Wichtig sind die zeitliche Begrenzung, die Zusammenfassung von Ergebnissen sowie die Unparteilichkeit der Lehrkraft.

Inhalt können zwar die typischen altersgemäßen Themen sein (Freizeitgestaltung, Handybesitz, Urlaubsziele), diese sollten aber um moralisch gehaltvollere Gegenstände erweitert werden (Unterschleif, Mobbing, Offenheit gegenüber den Eltern). Die kontrastive Bestandsaufnahme unterschiedlicher Wertvorstellungen mündet in die Formulierung von Kompromissen und die exemplarische Einigung im Diskurs. Das Erleben unterschiedlicher Perspektiven zu einem Thema ist von großer Bedeutung.

 

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