Wissenschaftssprache

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E

Die Entwicklung einer Wissenschaftssprache lässt sich besonders gut an der griechischen Sprache und Literatur studieren.

Da in der griechischen Kultur die Wissenschaften entdeckt und entwickelt wurden, musste mit den Phänomenen auch die Terminologie für das neu Ent­deck­te entstehen. Diese Ursprünglichkeit hängt intensiv mit den Voraus­setzun­gen, die die Sprache selbst zur Verfügung stellt, zusammen:

Der Artikel und das neutrale Geschlecht ermöglichen eine Abstraktion der Begriffe, ebenso die Wortbildung durch Suffixe; das Alpha privativum führt via negationis zu neuen Termini und Bedeutungen. Begriffsgeschichtliche Unter­su­chun­gen weisen die Bedeutungsveränderungen im Zusammenhang wissen­schaft­licher Erkenntnisse nach.

Die Konsequenz aus dieser Ursprünglichkeit von Sprache und Phänomenen ergibt sich für alle anderen nachfolgenden Sprachen: Sie übernehmen in weiten Teilen das Griechische und dessen Terminologie.

Dies führt des weiteren dazu, dass mit der Kenntnis der griechischen Sprache Schüler fähig werden, die wissenschaftliche Terminologie vieler Fach­wissen­schaften selbständig entziffern zu können.

Dieser zusätzliche Nutzen aus der Beschäftigung mit dem grie­chi­schen Wortschatz ergibt sich von Beginn an. Ein methodisch vielfältiger Um­gang sollte daher das diesbezügliche Interesse der Schüler/innen fördern. Die Zusammenarbeit mit anderen Fächern kann den direkten Nutzen von Beginn an erkennen lassen.

Lit

Snell, Bruno: Die naturwissenschaftliche Begriffsbildung im Griechischen, in: B. S: Die Entdeckung des Geistes, Göttingen 1980, S. 205-218

M

Begriffe aus der Wissenschaftsprache in Kairos 1

 

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