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Home » Weitere Lehrpläne » Psychologie 11/12 Fachlehrplan
11/12 Psychologie 11/12 Fachlehrplan (2)

Die Jugendlichen erwerben im Oberstufenunterricht Psychologie in den Jahrgangsstufen 11 und 12 wissenschaftspropädeutische Grundlagen. Sie gewinnen Kenntnisse über das Erleben und Verhalten des Menschen und erhalten Anregungen zur Selbstreflexion und zum Verständnis ihrer Mitmenschen. Dies ermöglicht den jungen Menschen eine fundierte Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens und bietet Orientierungshilfen zur Lebensgestaltung an. Sie bekommen Einblicke in therapeutische Vorgehensweisen und Einrichtungen. Dabei ist es aber nicht Ziel des Psychologieunterrichts, einzelnen Jugendlichen therapeutische Hilfestellungen zu geben.

Die Schüler erleben einen methodisch vielfältig gestalteten Unterricht. Offene Lernformen stärken die Jugendlichen in ihrer Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung und fördern ihr kreatives Potenzial. Teamarbeit und Präsentationstechniken tragen zur Kompetenzerweiterung bei.

Je nach Möglichkeit erhalten die Jugendlichen einen Bezug zur außerschulischen Lebenswelt, z. B. durch Kontakte mit Fachleuten oder durch Besuche von Institutionen wie z. B. Beratungsstellen.

Der Lehrplan ist modular angelegt und ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität. Dadurch entsteht der Handlungsspielraum, die Themen frei zu einem Unterrichtsprogramm für ein oder zwei Schuljahre zusammenzustellen, da die Schülerinnen und Schüler die Wahl haben, das Fach ein oder zwei Jahre zu belegen.

Das Modul 1 „Die wissenschaftlichen Grundlagen kennenlernen“ muss auf jeden Fall als Basis zuerst durchgeführt werden. Hier lernen die jungen Menschen wichtige Methoden der Erkenntnisgewinnung sowie grundlegende psychologische Paradigmen und Erklärungsmodelle kennen. Die Einbeziehung ihrer eigenen Lebenssituationen ermöglicht es zu erfahren, dass der Mensch in der Psychologie sowohl Subjekt als auch Objekt der Betrachtung sein kann.

Die Auswahl von mindestens zwei weiteren Modulen, auch bei nur einjähriger Belegung des Faches, nimmt Bezug auf die Interessen der Jugendlichen, greift aktuelle Themen auf und erlaubt es der Lehrkraft, unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Kompetenzen Schwerpunkte zu setzen. Eine grundlegende theoretische Fundierung und der Bezug zu wichtigen psychologischen Modellen erfolgt in allen Modulen.

Die Inhalte des Moduls 7 „Psychologische Arbeitsfelder kennenlernen“ können auch gelegentlich an geeigneter Stelle im Rahmen anderer Module behandelt werden. Die angegebenen Stundenzahlen sind dann entsprechend anzupassen.

Ps 11/12.1: Die wissenschaftlichen Grundlagen kennenlernen - Modul 1 (ca. 16 Std.)

Die Jugendlichen setzen sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen der Psychologie auseinander. Sie erhalten das nötige Fachwissen, um psychische Phänomene zu beschreiben, grundlegende Begriffe, Methoden und Theorien anzuwenden und den verschiedenen Erklärungsansätzen zuzuordnen. Dadurch gewinnen sie Kriterien, um konkrete Alltagssituationen psychologisch angemessen zu interpretieren und zu bewerten. Die Jugendlichen vergleichen wissenschaftliche mit vorwissenschaftlichen Sichtweisen und erörtern unzulässige Verallgemeinerungen.

Indem sie den wissenschaftlichen Hintergrund kennen, können sie bewusster zwischen verschiedenen psychologischen Erklärungsansätzen von menschlichem Erleben und Verhalten und Therapiemodellen unterscheiden. Sie lernen, psychologische Sichtweisen und Methoden anzuwenden, um eigene Lebenssituationen besser zu verstehen, zu bewältigen und sich dabei weiter zu entwickeln.

  • neurophysiologische Grundlagen des Denkens und Erlebens (z. B. Konzentration; Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsprozesse; begriffliche Fassung und Problematik des Intelligenzbegriffes, Entwicklung von Intelligenz z. B. durch Reifung bzw. äußere Einflüsse, gesellschaftliche Bedeutung; Gedächtnis)
  • Grundlagen und Sichtweisen für das Verständnis des Individuums, etwa aus der Sicht der Tiefenpsychologie, des Behaviorismus, des Kognitivismus, der Psychobiologie, der humanistischen Psychologie, der systemischen Psychologie: exemplarische Betrachtungsweisen, Genese und Therapie ausgewählter Störungsbilder

Ps 11/12.2: Die einzelne Person in ihrer Entwicklung betrachten und reflektieren - Modul 2 (ca. 14 Std.)

Die Jugendlichen in der Adoleszenz erleben an sich selbst deutliche Veränderungen. Diese werden auf der Grundlage entwicklungspsychologischer Erkenntnisse reflektiert und eingeordnet. Sie lernen damit, auf eigene Veränderungsprozesse Einfluss zu nehmen und auch kritische Lebensereignisse als Herausforderung anzunehmen und zu gestalten.

  • Entwicklungsaufgaben in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter
  • Identität und Selbstfindung
  • moralische Entwicklung: einfache, fremdgesteuerte und autonome Moral
  • Selbst- und Sozialkompetenzen

Ps 11/12.3: Vorgänge in Gruppen erkennen und verstehen - Modul 3 (ca. 12 Std.)

Die Jugendlichen erwerben sozialpsychologische Grundkenntnisse und wenden sie reflektierend auf Beispiele aus ihrem eigenen Lebensbereich an. Die Bedeutung des Verhaltens Einzelner in Gruppen und der Gruppen selbst soll ihnen dabei bewusst werden. Dies trägt dazu bei, dass sie persönliche Erfahrungen und die Gestaltung von Gruppenprozessen im sozialen Umfeld besser einschätzen können.

  • Gruppenprozesse: Formen, Strukturen, Entwicklung und Dynamik
  • Umgang mit Störungen in Gruppen und Lösungsansätze
  • Zielfindung und Zielbearbeitung: Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation (Einzelleistung vs. Gruppenleistung)
  • soziale Anpassung, Konformität, Gruppendruck

Ps 11/12.4: Kommunikation beschreiben und gestalten - Modul 4 (ca. 14 Std.)

Die Jugendlichen erleben verschiedene Anlässe und Formen der Kommunikation, reflektieren diese und überprüfen sie auf ihre emotionale Bedeutsamkeit. Sie erfahren, wie durch geeignete kommunikative Prozesse Selbstwirksamkeit erzielt werden kann und wie Störungen in der Kommunikation vermieden bzw. behoben werden können. Im Ausblick wird auf Kommunikation als notwendiges und wirksames Mittel eines therapeutischen Prozesses eingegangen. Die Jugendlichen erörtern auch ethische Fragen in Hinblick auf gezielte Beeinflussung durch Kommunikation.

  • Kommunikationsmodelle: Informationsfluss und -verarbeitung, Störungen in der Kommunikation
  • Gesprächsführung: verbale und nonverbale Kommunikation (z. B. Körpersprache)
  • verschiedene Arten bzw. Ziele von Kommunikation: Beziehungsaufbau, Austausch von Informationen, Feedback, Beratung, Konfliktbearbeitung
  • Beeinflussung durch Kommunikation: z. B. Manipulation, Werbung, Verkauf (vgl. auch Modul 7)
  • Moderations- und Präsentationstechniken

Ps 11/12.5: Lern- und Arbeitsprozesse gestalten und steuern - Modul 5 (ca. 14 Std.)

Die Jugendlichen lernen wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse der Psychologie sowohl für schulische als auch außerschulische Lern- und Arbeitsprozesse kennen. Sie reflektieren ihre eigenen Lernerfahrungen und setzen diese in Bezug zu Gesetzmäßigkeiten des Lernens. Die jungen Menschen erwerben dadurch Kompetenzen für eine verbesserte Kontrolle und Steuerung des eigenen Lern- und Arbeitsverhaltens und können somit erfolgreicher lernen.

  • Motivation und Lernen, Verständnis und Gestaltungsmöglichkeiten für eigene Lernprozesse
  • Lerntheorien: Klassisches und operantes Konditionieren, Lernen am Modell, Lernen durch Einsicht
  • Einblick in Grundlagen des Lernens: Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, Gedächtnis (Aufnehmen, Behalten, Vergessen, Lernhemmungen) (vgl. auch Modul 7 zu Schulpsychologie)
  • Anwendung lernpsychologischer Erkenntnisse, z. B. für Lernplanung, Situations- und Selbstbeobachtung, Selbstmanagement, Stressprävention

Ps 11/12.6: Erziehungskompetenzen reflektieren und gestalten - Modul 6 (ca. 12 Std.)

Die Jugendlichen erwerben psychologisches Grundwissen über die Entwicklung (vgl. auch Modul 2) und Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Auf dieser Basis reflektieren sie unterschiedliche Erziehungsstile und Erzieherverhalten. Ihr dabei erworbenes Wissen bringen sie in Bezug zu konkreten Alltagssituationen. Sie setzen sich auch mit Aspekten der eigenen Biographie und mit ihrer zukünftigen Rolle als Erziehende auseinander (vgl. auch Modul 4).

  • angeborene und erworbene Anteile der kindlichen Persönlichkeit
  • Einflüsse der Bezugspersonen und der Herkunftsfamilie
  • Bindungstheorien
  • psychologische Aspekte von Erziehungsverhalten in konkreten Situationen

Ps 11/12.7: Psychologische Arbeitsfelder kennenlernen - Modul 7 (ca. 14 Std.)

Die Jugendlichen betrachten exemplarisch verschiedene praktische Anwendungsbereiche der Psychologie und erörtern diese – nach Möglichkeit in Zusammenarbeit mit externen Partnern. Die angesprochenen Berufsfelder werden in ihren theoretischen Rahmen gestellt. Die jungen Menschen ordnen dabei wissenschaftliche Erkenntnisse praktischen Tätigkeitsfeldern zu. Sie erhalten dadurch Informationen und Impulse für die eigene Studien- und Berufsorientierung. Als psychologische Arbeitsfelder stehen zur Auswahl:

  • Therapie und Beratung, z. B. Psychiatrie, Psychotherapie, Suchtberatung, Supervision, Coaching, Konfliktmoderation, Krisenintervention, Schulpsychologie (z. B. Unterstützung von Schülern, Eltern, Lehrern und Schulleitung)
  • Arbeits- und Organisationspsychologie: z. B. Verfahren der Personalauswahl und Personalentwicklung
  • Rechtspsychologie: Forensische Psychologie, Kriminalpsychologie
  • Medienpsychologie: Werbung, Wahrnehmungsprozesse und Wirkung, Meinungsbildung
  • Verkehrspsychologie: menschliches Erleben/Verhalten und technische Verkehrssysteme/ Verkehrsumfelder, Fahreignungsdiagnostik
  • Gesundheitspsychologie: Einflussfaktoren auf körperliche und seelische Gesundheit
  • Psychologie in Wissenschaft, Forschung und Ausbildung
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