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9 Alt-Katholische Religionslehre (2)

Bei ihrer kritischen Suche nach tragfähigen Lebenskonzepten und Positionen orientieren sich die Jugendlichen an Verschiedenem, z. B. an Vorbildern, an Modeerscheinungen, an gängigen Idolen, an Protesthaltungen und häufig einfach an der Mehrheit. Sie sind aber auch offen für neue Perspektiven. In diesem Lebensalter ist es wichtig, ihnen Hilfe zu geben bei der Bewertung von fremden Vorgaben und der Entwicklung eigener Lebenslinien. Gerade auch die Zeit des Dritten Reiches und die Person Hitlers sind vom Humanen und Religiösen her zu bedenken, um faschistisches und neonazistisches Gedankengut für die Zukunft zu entkräften. Es ist Aufgabe gerade auch des (alt-katholischen) Religionsunterrichts, mit den Schülern Maßstäbe und Lebensziele zu entwickeln, die die Achtung vor dem Nächsten, die Wertschätzung von Ehrlichkeit und Glauben sowie Einsatz für Freiheit und Frieden einschließen.

In der Jahrgangsstufe 9 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • die Frage nach der persönlichen und gesellschaftlichen Zukunft stellen und als das erkennen, was das Jugendalter von der Kindheit unterscheidet; die aktuelle Jugendszene wahrnehmen, charakterisieren und hinterfragen lernen
  • emotionale Intelligenz als wesentliche menschliche Fähigkeit schätzen lernen und stärken können
  • die Zeit des Nationalsozialismus und die Person Adolf Hitlers charakterisieren und das grundsätzlich Unterscheidende im Menschenbild zum christlichen Glauben erkennen
  • christlichen Widerstand gegen Hitler beschreiben und achten können
  • ausgehend von M. Gandhi den Hinduismus und dann den Buddhismus kennenlernen als Religionen, die wichtige Werte für die Menschheit verkörpern und Austausch und Auseinandersetzung wert sind
  • unvoreingenommen nach Gott fragen und suchen können, ohne sich unvernünftig zu fühlen

AK 9.1 Zukunft und Gegenwart - das Bild der eigenen Generation [ WR 9.1.3; K 9.5]

Die Schüler werden sich ihres eigenen Respekts vor der Zukunft bewusst, ihrer Gedanken um Wohlergehen und Berufsaussichten. Sie erkennen die Möglichkeit, allein oder in Gemeinschaft die Zukunft zu beeinflussen. Die Schüler bekommen sich und ihre Generation in den Blick. Angefangen bei Äußerlichkeiten beschreiben sie sich und ihr Leben. Sie setzen sich auseinander über Geschmack und Mode, erörtern den Einfluss von Leitbildern und Öffentlichkeit (Medien). Sie fragen nach geistiger Ausrichtung und Spiritualität.

  • Zukunft privat: den Gefühlen nachspüren, die das Denken an die eigene Zukunft auslöst; eigene Sicherheit und Unsicherheit entdecken, Sorgen und Bedürfnisse in Worte kleiden
  • Zukunft allgemein: die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Zukunft (auf philosophischer, religiöser und soziologischer Ebene) wahrnehmen und bewerten; die Frage nach Schicksal und Vorherbestimmung, Freiheit und Ohnmacht stellen; Verantwortlichkeiten erkennen
  • die „Jugend heute“ per Rollenspiel und Spiegelarbeit erkunden; die eigene Art, das Leben anzugehen und zu gestalten, beschreiben
  • ausgehend vom Begriff der „Mode“ nach Einflüssen des Zeitgeistes, der Medien und der Mehrheit auf Geschmack, Vorlieben und Verhaltensweisen des Einzelnen fragen
  • feste Positionen und Standpunkte der eigenen Person benennen, die nicht abhängig von der gerade vorgefundenen Umwelt sind; Leitbilder offenlegen und charakterisieren; innere Werte und seelische Haltungen aufdecken und für die eigene Person erschließen.

AK 9.2 Der Ungeist des Nationalsozialismus und A. Hitlers [ G 9.4; Eth 9.1, 9.5]

Die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland bedeutet für die Jugendlichen oft nicht mehr als trockene und austauschbare Geschichtsinformation. Anhand detaillierter Betrachtung des damaligen „braunen“ Welt- und Menschenbildes und der Persönlichkeit Adolf Hitlers kann aber eine persönliche Betroffenheit und Stellungnahme erreicht werden. Die Schüler spüren nach, welche Vorurteile und Instinkte der Nationalsozialismus nutzte und wie er Macht über die Gesellschaft errang. Welche Persönlichkeiten nach oben gespült wurden und etwas zu sagen bekamen, wird untersucht und mit der heutigen deutschen Gesellschaft in Vergleich gebracht. Die Schüler stellen Tugenden des Einzelnen auf, die nötig wären, um eine Zeit wie damals zu verhindern.

  • Anfänge: die gesellschaftlichen und moralischen Rahmenbedingungen ermitteln, die es dem Nationalsozialismus leicht gemacht haben
  • Adolf Hitler: Hitlers Werdegang und Strukturen seiner Persönlichkeit analysieren; seine Gedankenwelt (Mein Kampf) und seinen Umgang mit anderen Menschen bewerten
  • Aufgestiegene: andere Führungspersonen des Drittens Reichs (Heydrich, Goebbels, Eichmann etc.) charakterisieren; Persönlichkeitsanteile des Menschen ermitteln, die damals unerwünscht waren
  • anhand von Mediendokumenten das Verhalten der Bevölkerung in Augenschein nehmen, Gründe für die weitgehende Zustimmung suchen und Zusammenhänge aufdecken
  • Parallelen sammeln zu heute lebenden Personen und zu Anteilen in jedem Menschen selber; vom Christlichen her Argumente gegen Rassenideologie und die Lehre vom „Herrenmenschen“ darlegen

AK 9.3 Widerstand gegen Hitler [ Ev 9.5; K 9.3]

Die Schuld des Mittuns oder des Schweigens haben viele Deutsche im Dritten Reich auf sich geladen. Auch die christlichen Kirchen (und dabei auch die alt-katholische) haben in weiten Bereichen versagt. Aber es gab auch gerade aus dem kirchlichen Raum mutigen und aufopfernden Widerstand. Die Schüler lernen diese Menschen kennen und setzen sich mit ihren Lebensmaximen und Werten auseinander.

  • Schuldbekenntnisse der christlichen Kirchen aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wahrnehmen; die Suche nach Macht als große Versuchung der Menschen und der Kirchen verstehen lernen
  • aus Aufzeichnungen und Dokumenten Informationen über die christlichen Widerstandskämpfer (z. B.: Bonhoeffer, Moltke, Metzger, Delp) zusammentragen und auswerten
  • die innere Mitte dieser Menschen, aus der sie Kraft schöpften, beschreiben und veranschaulichen
  • das Menschen- und Weltbild der Widerständler nachzeichnen

AK 9.4 Hinduismus und Buddhismus [ Eth 9.2]

Angestoßen durch die Person des Mahatma Gandhi erarbeiten die Schüler Grundvorstellungen des Hinduismus und des Buddhismus. Dabei taucht die Frage nach der Wahrheit auch außerhalb der christlichen Religion auf. Wirklichkeiten und Werte im Hinduismus und Buddhismus werden zusammen getragen und von der Botschaft Jesu her beurteilt und wertgeschätzt.

  • sich mit dem Leben und Wirken des Mahatma Gandhi vertraut machen und seinen Einsatz für Toleranz und Friedfertigkeit erfassen und ableiten
  • die Grundgedanken des Hinduismus erarbeiten; Vielgötterglaube, Seelenwanderung, Kastendenken und Geschlechterrollen einordnen können, aber auch kritisch in Frage stellen
  • den Buddhismus in Geschichte und Leitgedanken kennenlernen; buddhistische Lebenseinstellung und Tradition durch Medien und Übungen wahrnehmen, aber auch kritisch hinterfragen
  • Aussagen des Hinduismus und Buddhismus darlegen, die auch für Christen bedeutsam sind

AK 9.5 Die Frage nach Gott

In der heutigen Zeit fällt es Jugendlichen zunehmend schwer, an Gott zu glauben. Gerade nach der Behandlung von Buddhismus und Hinduismus wird die Frage nach Beweisen, Spuren, Hinweisen oder Gründen für das „Leben“ Gottes gestellt. Die Schüler ertasten sich einen vorurteilsfreien Zugang.

  • alte und neue „Gottesbeweise“ kennen- und hinterfragen lernen
  • atheistische Aussagen zum „Tod Gottes“ auf ihren Aussagewert hin überprüfen
  • das immer unvollkommene Weltbild und Wissen der Naturwissenschaft abgrenzen vom Sein Gottes
  • die Dimension von Geist und Person, Bewusstsein und Liebe wahrnehmen und als Ermöglichung eines Zugangs zur Existenz Gottes anerkennen; kreativ diese Dimension zum Ausdruck bringen
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