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9 Israelitische Religionslehre (2)

Bei ihrer kritischen Suche nach tragfähigen Lebenskonzepten und eigenständigen Positionen orientieren sich die Jugendlichen an den Erfahrungen ihres Volkes mit seiner Geschichte, die sie zu aufmerksamen Beobachtern der Gegenwart macht. Zentrale Themen der jüdischen Tradition werden in ihrer Bedeutung für die Sinnsuche der Jugendlichen erschlossen. Den Zusammenhang von gefundenem Lebenssinn und Lebensgestaltung entdecken die Schüler im ganz persönlichen Lebensbereich, aber auch in sozialer und globaler Perspektive.

In der Jahrgangsstufe 9 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • Grundlinien jüdischer Geschichte und ihre Vernetzung mit der jüdischen Identität kennen
  • die Bedeutung des Wertes der Arbeit und des Arbeitsverbotes am Schabbat im Judentum erklären können
  • die Bedeutung der mündlichen Tora auf den jüdischen Lebensalltag der Gegenwart übertragen können
  • die Rolle von Liebe in der jüdischen Tradition verstehen
  • die mit der Bedeutung des Wertes der Arbeit zusammenhängenden Begriffe in Wort und Schrift beherrschen


Isr 9.1 Jüdische Geschichte und Identität II

Die Jugendlichen erfahren jüdische Geschichte als Ausdruck jüdischer Identität und lernen Formen des Umgangs mit dem jüdischen Erbe aus Zeiten des Umbruchs kennen

  • jüdische Selbstdefinition in Zeiten der römischen Herrschaft wahrnehmen
    • Widerstand oder Anpassung: z. B. Rabbi Akiba, Josephus Flavius, Makkabäerbücher
    • Gruppenbildung: Zadokim und Peruschim
  • jüdisches Selbstverständnis zur Zeit der Kreuzzüge und der mittelalterlichen Inquisition erkennen und deuten
    • Verarbeitung im Niederschreiben: z. B. Elasar bar Nathan, Raschi
    • Jehuda heChassid, Mosche ben Nachman
  • den Zusammenhang der Formen des Umgangs mit den Errungenschaften der Emanzipationszeit und ihre Auswirkungen auf die jüdische Identität erkennen
    • Judentum zwischen Integration oder Assimilation: z.B.: Jehuda Rappaport, Moses Mendelssohn, S. R. Hirsch, A. Geiger, S. Holdheim, M. Sachs
    • Judentum gegen Integration z. B. Mosche Schreiber (Chatam Sofer) (vgl. Isr. 9.3),S. Schwab

Isr 9.2 Der Schabbat im Spannungsfeld von Arbeit und Leistung ( Ev 9.4; K 9.5)

Die Jugendlichen begegnen Formen von Arbeit in ihrer Spannung zwischen Aufgabe, Selbstverwirklichung und Entfremdung, erkennen die ambivalente Bedeutung der Leistung und bedenken in diesem Zusammenhang die Botschaft G-ttes, der seinem Volk als Zeichen des Bundes den Schabbat und damit die Unterscheidung zwischen schöpferischer Tätigkeit (melacha) undreligiöser Arbeit (awoda) gegeben hat.

  • sich mit unterschiedlichen Deutungen von Arbeit und Leistung als Grundgegebenheiten des menschlichen Daseins auseinandersetzen ( WRWSG-W9.1, WR 9.1.3)
    • Formen (z. B. Erwerbs- und Familienarbeit) und Auffassungen von Arbeit (z. B. Lebensordnung, Selbstverwirklichung, Fluch, Last)
    • jüdische Arbeitsethik zwischen Arbeitgebern und Angestellten (z. B. 5 BM 24:14-15; bBaba Mezia 112a; Midrasch tanchuma zu Mischpatim, 10; Schulchan Aruch, Choschen Mischpat 333:5)
    • Impulse der Tora wie Auftrag zur Arbeit (2 BM 2;3), Ruhe von schöpferischer Tätigkeit (2 BM 20.1-13), Klage über fruchtlose Arbeit (z. B. Kohelet 3.9-13), die von G-tt gesegnete Arbeit (Ps. 90, 17)
  • sich mit dem Schabbat als Tag der Ruhe von schöpferischer Tätigkeit auseinandersetzen
    • Formen des Arbeitsverbotes: 39 Haupttätigkeiten (Awot melacha) und die Nebenarbeiten (toldot melacha) (Mischna Schabbat)
    • Definition von Mukze: 2 BM 16:5; Unterscheidung der verschiedenen Gruppierungen von Mukze (Mukze dehachanah, Nolad, Mukze delo chasej lemidej, Mukze mechamat issur, Mukze mechamat chessron kiss, Mukze mechamat miuss, Mukze mechamat mizwah, Basis ledawar ha’assur, Mukze dedachej bajadajim)
    • Ausnahmeregelungen: Pikuach nefesch ( z. B. bJoma 85b; bPessachim 25b; bSchabbat 132a)
  • sich aus jüdischer Perspektive mit unserem gegenwärtigen Arbeitsleben auseinandersetzen
    • Arbeit und Lohn (z. B. 5 BM 24: 14.15; bBaba Mezia 112a), Leistungsgerechtigkeit; Arbeitslosigkeit (jDemai 7:26); Ehrenamt 
    • Kriterien bei der Berufswahl (> E19.3, E29.3; E39.3; WR 9.1.3
    • Arbeitsbedingungen hier und weltweit (> Geo 8.3); ein Beispiel für globales Engagement ( z. B. Bnei Brit, Keren Kajemet le Israel, Wizo o. Ä.)

Isr 9.3 Begegnung mit der Bibel (Tenach) V

Setzten sich die Jugendlichen in 8.4 mit der schriftlichen Tora als Grundlage der jüdischen Tradition auseinander, so erfassen sie in 9.3 die Wirkungsgeschichte und Bedeutung der jüdischen Traditionsliteratur, wie sie sich in der mündlichen Tora zeigt. Hierbei lernen sie die Wechselbeziehung zwischen schriftlicher und mündlicher Tora und ihre tiefe innere Verknüpfung sowie die ihr eigene außergewöhnliche Dynamik kennen.

  • die Entstehung und Entwicklung des Talmuds erfassen
    • Judentum in Israel zur Zeit Hillels und Schammais, Rabbi Jehuda Hanassi
    • Zentren der Gelehrsamkeit in Babylonien (Sura, Pumbedita) 
    • Sofrim, Tannaim, Halacha und Aggada
    • Mischna: 200 n. d. Z., Gemara:500 n. d. Z. , Amoraim in Israel und Babylonien
    • Jerusalemer und babylonischer Talmud: Redaktion des Jerusalemer Talmuds (R. Josse ben Abin) und des Babylonischen Talmuds (R. Aschi, Ravina)
    • Scheelot u Teschuwot (Responsa)

  • den äußeren und inneren Aufbau des Talmuds verstehen
    • der Aufbau und Inhalt der Mischna und des Talmuds (Sechs Ordnungen der Mischna, dreiundsechzig Talmudtraktate)
    • Aufbau der Talmudseiten (Mischna und Gemara, Barajta, Tossefta. Kommentare: z. B. Raschi- Kommentar, Ba’alej Tossafot, Bejt chadasch, Akiba Eger)
  • die Entwicklung der mündlichen Lehre (tora sche be al pe) verstehen lernen
    • Midraschsammlungen (z. B. Mechilta)
    • Jeschiwot in Israel (z. B. Caesarea, Tiberias) und in Babylonien (z. B. Sura, Pumbedita, Nehardea)
    • Geonim in Babylonien 600 n. d. Z.- 1050 n. d. Z.: (z. B. Rav Jizchak Gaon, Rav Jehuda Gaon:Halachot kezuvot, Rav Amram Gaon: Siddur, Rav Saadia Gaon: Emunot wedeot)
    • Ausbreitung des Talmuds nach Nordafrika und Südeuropa: Rabbenu Chuschiel (Ägypten, Marokko); R. Mosche ben Chanoch (Cordova und Spanien); R. Natan (Narbonne und Nordfrankreich, Rheinland, Polen, Weißrußland) 
    • Posskim rischonim 1000 n. d. Z. - 1500: (z. B. Rif, Jakob ben Ascher, Rambam, Raschi, Mosche aus Coucy, Maharil, Maharam, Baalej tossafot)
    • Posskim acharonim 1500- heute: (z. B. Josef Karo, Mosche Isserles, Schlomo Luria, Mosche Schreiber - Chatam Sofer, Akiba Eger, Jizchak Elchanan Spektor, Josef Dov Soloweitchik, Mosche Feinstein, David Bleich)

Isr 9.4 Liebe im Judentum ( Ev 9.3; K 9.4)

Die Schüler setzen sich mit der Bedeutung der Liebe im Judentum auseinander und erkennen die Verantwortung, die in der Partnerschaft des Menschen mit G-tt einerseits und in der partnerschaftlichen Beziehung zwischen Mann und Frau andererseits besteht.

  • sich mit den heute in der Gesellschaft vorhandenen Vorstellungen von Liebe und Sexualität auseinandersetzen
    • gängige Vorstellungen von Liebe, Erotik und Sexualität (L1/2 9.1.2)
    • Liebe als grundlegende, sinnstiftende menschliche Erfahrung; mögliche Ausdrucksformen
    • Formen der Partnerschaft , z. B. Freundschaft, Ehe
  • jüdische Perspektiven zu Liebe und Sexualität erfassen
    • Liebe und Sexualität im Licht der Tradition (z. B. Mischlej 31:10; bSanhedrin 7a; Schir ha schirim 6:3.8; Mischna Jadajim 3:5; bJoma 69b; bKetubot 64b; Sukka 52b)
    • Liebe, Sexualität und Partnerschaft als Grundlage der Weiterexistenz des Judentums (z. B. 1 BM 1:28; Meschech chochma - Rabbi Meier Simcha aus Dvinsk, zu 1BM 9:1; bBrachot 10a; bGittin 57a; bBaba Mezia 59a)
    • gemeinsame Verantwortung: Treue und Wahrhaftigkeit; Gesundheit (z. B. Mischna Ketubot 5:5; Rambam: Mischneh Tora, hilchot ischut 15:19.20) (  B 8.4)

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