Wortschatz und Idiomatik

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Alle an das Gymnasium eintretenden Schüler bringen mittlerweile Wortschatzkenntnisse aus dem Englischunterricht an der Grundschule mit. Mit dem Schuljahr 2007/08 werden alle Schüler entsprechend der sog. Konkretisierung des Lehrplans unterrichtet worden sein. Diese enthält in Anhang A eine Übersicht über Wortschatz und kommunikative Absichten, die bis Ende der Jgst. 4 verbindlich gelehrt und gelernt werden.

Hinsichtlich des Wortschatzes unterscheidet die Lehrplankonkretisierung zwischen produktivem und rezeptiv-produktivem Vokabular.

Den produktiven Wortschatz verwenden die Schüler in mündlichen und schriftlichen Kommunikationssituationen. Es handelt sich dabei um einen verbindlichen Minimalwortschatz, der rund 200 lexikalische Einheiten umfasst und in 10 Themengebiete gegliedert ist. Diese 10 Themengebiete stellten auch vor der Konkretisierung des Lehrplans die Grundlage des erlernten Wortschatzes dar. Das Schriftbild wird durch Abschreiben, Beschriften von Abbildungen und Wortkarten, durch knappe Hefteinträge, word webs u. Ä. angewandt und gesichert. Die Schreibanlässe sind immer in einem situativen bzw. thematischen Kontext verankert. Das Diktieren von einzelnen Wörtern oder Texten und das Einüben von Wortschatz durch Nachschriften werden in der Lehrplankonkretisierung im Sinne eines kommunikativ ausgerichteten Fremdsprachenunterrichts ausdrücklich ausgeschlossen. Dies sollte im Anfangsunterricht am Gymnasium entsprechend berücksichtigt werden.

Den rezeptiven Wortschatz verstehen die Schüler in der classroom interaction und bei der Arbeit mit Hör- und auch Lesetexten. Der rezeptive Wortschatz ist als offenes Pensum gedacht und wird von der Mehrheit der Schüler zunächst nur beim Hören und wiedererkennenden Lesen verstanden. Das bedeutet, dass die Schüler seit der Grundschule daran gewöhnt sind, mit Vokabular umzugehen, das ihnen gänzlich unbekannt ist oder dessen Schriftbild sie noch nicht kennen. Auch dies sollte bei der Wortschatzvermittlung am Gymnasium hinreichend berücksichtigt werden. Daher sind „gängige Stundenmodelle“ wie die obligatorische Vorentlastung des gesamten neuen Vokabulars vor der Konfrontation mit einem Text oft nicht zielführend und entsprechen auch nicht den Zielen des Lehrplans, der die Fähigkeit des Erschließens neuer Wörter – natürlich in angemessenem Rahmen – bereits ab dem 1. Lernjahr vorsieht (vgl. Lernstrategien und Methoden selbständigen Arbeitens: die Bedeutung unbekannter Wörter anhand von Kenntnissen aus dem Deutschen, von Internationalismen und einfachen Wortbildungsregeln erschließen).

Der Umfang des rezeptiven Wortschatzes wird bei einzelnen Schülern erheblich über dem des produktiven liegen und je nach Leistungsvermögen unterschiedlich sein. Leistungs-stärkere Kinder gebrauchen diese Wörter auch zunehmend produktiv.

Ein sog. „souveräner“ Umgang mit dem Lehrbuch ist im Bereich einer Progression, wie sie beim Erlernen einer Fremdsprache vorliegt, sicherlich nicht in dem Maße möglich, wie dies in anderen Fächern der Fall ist, zumal die Folgebände vor allem auf dem bereits eingeführten Vokabular basieren. Zudem wird in der 1. Fremdsprache zu Beginn des zweiten Lernjahres ein zentraler Jahrgangsstufentest geschrieben, der sich an dem in beiden zugelassenen Lehrwerken als produktiv ausgewiesenen Vokabular orientiert. Der Flyer „Service-Info Wortschatz“ zu Green Line 1 informiert über im Lehrwerk enthaltenen Grundwortschatz und den produktiven Wortschatz, der Grundlage der Jahrgangsstufentests ist.

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