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10 Geschichte (1)

Die Auflösung der bipolaren Welt

Die Schüler erkennen, dass seit den 1960er Jahren Entwicklungen in Gang kommen, die eine neue Dynamik in die internationale Politik bringen und Auswirkungen sowohl auf die bis dahin bipolare weltpolitische Konstellation der Nachkriegszeit als auch auf die Situation in der Deutschen Frage nach sich ziehen. Die Auflösung der Blöcke 1989/90 erfassen sie als einen epochalen Vorgang für das 20. Jahrhundert. Die Schüler begreifen, wie das Ende des Ost-West-Konflikts auch die Lösung der Deutschen Frage ermöglicht und für die ehemaligen Staaten des Ostblocks die Möglichkeit eröffnet, am europäischen Integrationsprozess teilzuhaben. Zugleich erkennen sie aber auch, wie die Auflösung der bipolaren Welt zu einer Instabilität neuer Art führt.

Im Rahmen eines fachübergreifenden Projekts mit Sozialkunde verstehen die Schüler beispielhaft Zusammenhänge zwischen gegenwärtigen Herausforderungen und historisch gewachsenen Bedingungen.

In der Jahrgangsstufe 10 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • Fähigkeit, den in Jahrgangsstufe 10 behandelten historischen Zeitraum anhand folgender Daten zu gliedern: 1961/62 Kuba-Krise; 1972 Grundlagenvertrag; ab 1985 Reformpolitik in der UdSSR; 1989 Umbruch im Ostblock; 9.11.1989 Öffnung der innerdeutschen Grenze; 3.10.1990 „Tag der Deutschen Einheit“; 1992 Vertrag von Maastricht
  • Fähigkeit, die folgenden historischen Begriffe zu verstehen, analytisch anzuwenden und sich mit ihrer Hilfe in Geschichte und Gegenwart zu orientieren: Entspannungspolitik; Ostverträge; „68er-Bewegung“; Glasnost und Perestrojka; Osterweiterung der EU
  • Festigung und Differenzierung der in den Jahrgangsstufen 6 bis 9 erworbenen Methodenkompetenz durch kontinuierliche Anwendung
  • Einsicht in die identitätsstiftende Funktion von Geschichte; angemessene Wahrnehmung von Manifestationen der Geschichtskultur (z. B. Gedenkstätten; Jahrestage) in Politik und Öffentlichkeit; Bewusstsein für die zukunftsweisende Bedeutung der europäischen Integration

G 10.1 Weltpolitische Veränderungen und Wandlungen in Deutschland von den 1960er bis zu den 1980er Jahren (ca. 8 Std.)

Die Schüler erfahren, dass sich in den 1960er Jahren neue weltpolitische Konstellationen bilden und dass die damit einhergehende Entspannung auch der Deutschlandpolitik neue Perspektiven eröffnet. Sie verstehen, dass zugleich die in den 1950er Jahren geprägte Mentalität der bundesdeutschen Gesellschaft eine Wandlung erfährt. Weiterhin wird ihnen bewusst, dass sich seit diesen Jahren in Deutschland wie auch weltweit Politik und Gesellschaft einschneidenden Herausforderungen gegenübersehen. Ein Blick auf die Verhältnisse in der DDR macht den Schülern den unterschiedlichen Umgang mit Problemen deutlich.

  • neue Konstellationen, Krisen und Konflikte in den 1960er Jahren: Kuba-Krise; Aufstieg Chinas; Vietnam-Krieg; Entspannungstendenzen und Politik der Interessenkoordination zwischen den Mächten in Amerika, Europa und Asien [→ Geo 10.1]
  • neue Ost- und Deutschlandpolitik der sozialliberalen Bundesregierung
  • „68er-Bewegung“: Veränderungen in der Alltagskultur und der politischen Öffentlichkeit
  • Herausforderungen der Politik in Deutschland und der Welt seit den 1970er und 1980er Jahren durch neue ökonomische, soziale und ökologische Probleme [→ Geo 10.5]
  • Alltag in der DDR: Leben im „real existierenden Sozialismus“; Umgang mit Kritikern; „Nischengesellschaft“ (u. a. Rolle der Kirchen [→ K 9.3, Ev 9.5])

G 10.2 Die Auflösung des Ostblocks und die deutsche Einheit (ca. 8 Std.)

Die Schüler erfassen die Umstände und Gründe des Zusammenbruchs des Ostblocks und erkennen im Ende der Ost-West-Konfrontation die historische Chance für Deutschland, den Zustand der Teilung zu überwinden. In der Betrachtung der weiteren Entwicklung begreifen sie aber auch, welche Herausforderung die staatliche Einheit für die Deutschen bedeutet.

  • Ende der bipolaren Welt: von der Verhärtung des Ost-West-Verhältnisses zur Auflösung des Ostblocks und der Sowjetunion [→ K 9.3, Geo 10.4]
  • von der Wende in der DDR zur deutschen Einheit
  • Probleme und Erfolge der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Integration im vereinten Deutschland, Umgang mit der DDR-Vergangenheit, Selbstverständnis als Nationalstaat

G 10.3 Europa und die Welt nach dem Ende des Ost-West-Konflikts (ca. 9 Std.)

Die Schüler erkennen Chancen, aber auch Gefahren der weltpolitischen Veränderungen seit 1990. Sie begreifen, wie in der sich neu formierenden Ordnung nach 1989/90 scheinbar überwundene historische Konflikte wieder akut werden, bisherige Probleme einen veränderten Stellenwert erhalten und neue Herausforderungen entstehen.

  • europäische Integration nach der Auflösung der Blöcke: Entwicklung zur Europäischen Union; Einführung des Euro; Osterweiterung der EU
  • Wiederaufflammen ethnischer und nationaler Konflikte: das Beispiel Jugoslawien
  • die Stellung der USA und Russlands seit 1990
  • der Nahe Osten als Region politischer und religiös-kultureller Konflikte seit den 1970er Jahren
  • Aufeinandertreffen von Kulturen in einer globalisierten Welt: Beispiele für Konflikte (u. a. „11. September“) und Chancen (z. B. Kulturaustausch)

G 10.4 Fachübergreifendes Unterrichtsprojekt mit Sozialkunde (ca. 3 Std.)

Den Schülern erschließt sich über ein Unterrichtsprojekt zu einem Thema beispielhaft der Zusammenhang zwischen der historischen Dimension und den Aufgaben für Staat und Gesellschaft heute. Durch die historische Perspektive, die auch Vorwissen aus früheren Jahrgangsstufen fruchtbar machen soll, erkennen sie, in welchem Grad Situationen und Herausforderungen der Gegenwart von der Geschichte bestimmt sind. Die sozialkundliche Perspektive lenkt verstärkt den Blick darauf, welche verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Kräfte sich zu dem gewählten Thema an der öffentlichen Diskussion beteiligen und ihre Vorstellungen in den politischen Prozess einbringen.

Die Projektarbeit in einem zeitlichen Umfang von zusammen mit Sozialkunde ca. 6 Unterrichtsstunden betont nach Möglichkeit den regionalen bzw. lokalen Bezug. Sie ermöglicht den Schülern die vertiefte Anwendung fachspezifischer Methoden, ggf. die Einbeziehung außerschulischer Kontakte und fächerübergreifendes Lernen. Jeweils mindestens eine fachspezifische Methode der Fächer Geschichte (z. B. Auswertung von Bildquellen; Zeitzeugenbefragung) und Sozialkunde (z. B. Befragung, Umgang mit Statistiken) soll verstärkt eingesetzt werden.

Aus folgenden Themenbereichen ist – ggf. auch unter Einbeziehung lokaler bzw. regionaler Gegebenheiten – ein Thema auszuwählen:

  • Der Freistaat Bayern und seine Landesteile: z. B. historisch gewachsene Identität der bayerischen Landesteile Altbayern, Schwaben und Franken und ihre gegenseitige Wahrnehmung; Integration der Landesteile in den bayerischen Staat unter historischen und politischen Gesichtspunkten
  • Bayerische Ortschaften im Wandel: z. B. Veränderungen einer bayerischen Ortschaft seit dem Zweiten Weltkrieg als Folge politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen in der Bundesrepublik; Ziele, Entscheidungen und Verfahren der Landes- bzw. Städteplanung an einem Beispiel
  • Migration in Bayern: z. B. Migrationsbewegungen verschiedener Gruppen im historischen Kontext (z. B. Flüchtlinge und Vertriebene, „Gastarbeiter"; Russlanddeutsche; Asylsuchende), Erfolge und Probleme der Integration in verschiedenen Bereichen
  • Zivilgesellschaft und bürgerschaftliches Engagement seit 1945: z. B. Motive, Wirkungsfelder und Ausprägungen bürgerschaftlichen Engagements (Vereine, Wohlfahrtsverbände, neue soziale Bewegungen); Bedeutung des freiwilligen Engagements / des Ehrenamts für Staat, Gesellschaft und Arbeitswelt anhand lokaler oder regionaler Beispiele

Alternativ zu diesen genannten Themen kann ein Querschnittsthema des FLP Sk 10 in Verbindung mit dem FLP G 10, beispielsweise mit aktuellem Bezug, frei gewählt werden.

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