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10 Sozialkunde (WSG-S 2+Profil)

Das Fach Sozialkunde am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Gymnasium mit sozialwissenschaftlichem Profil knüpft an Kenntnisse und Fertigkeiten an, die in den Jahrgangsstufen 8 und 9 erworben wurden, und vertieft zum Teil deren Inhalte. In Sozialkunde als Leitfach der politischen Bildung erwerben die Schüler Kenntnisse über die Bedeutung der Menschenwürde und die Wertordnung des Grundgesetzes sowie über den politischen Prozess auf verschiedenen Ebenen. Dabei greifen sie auf historisches Wissen zum 20. Jahrhundert zurück und vertiefen bzw. systematisieren auch Aspekte der politischen Bildung aus anderen Fächern. Das Fach ermöglicht einen Einblick in die Komplexität von politischen Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene. Zudem leistet es einen Beitrag zur Entwicklung analytisch fundierter Urteilsfähigkeit sowie individueller Wertorientierung auf der Grundlage eines freiheitlichen Menschenbildes. Themen und Methoden fördern Interesse und Verständnis für aktuelle Entwicklungen sowie die Bereitschaft, sich selbständig darüber zu informieren. Im Rahmen eines fächerübergreifenden Projekts mit Geschichte [ G 10.4] verstehen die Schüler beispielhaft Zusammenhänge zwischen gegenwärtigen Herausforderungen und historisch gewachsenen Bedingungen.

Die Schüler lernen, mit dem Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung zu arbeiten. Große Bedeutung kommt der Anwendung verschiedener Techniken der Informationsbeschaffung zu sowie der Auswertung aktueller Nachrichten und der Arbeit mit statistischem und visualisierendem Material. Die Nähe zur sozialen und politischen Wirklichkeit stellen neben der Umsetzung des Aktualitätsprinzips u. a. Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Schule her, ins­besondere Expertenbefragungen, Unterrichtsgänge und Erkundungen (z. B. Rathaus, Landratsamt, Landtag, Staats­regierung).

In der Jahrgangsstufe 10 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • Grundgesetz: Wertordnung; Menschenwürde als zentrales Prinzip; Grundrechte
  • Merkmale von Rechtsstaat, Demokratie und Sozialstaat
  • Prinzipien der Art. 1 und 20 sowie des Art. 79 Abs. 3 GG als unveränderbarer Verfassungskern
  • Mitwirkungsmöglichkeiten im politischen Prozess auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene
  • die Verfassungsorgane und ihr Zusammenwirken auf Bundesebene
  • Kennzeichen der föderativen Ordnung
  • Verfassungsorgane und kommunale Selbstverwaltung in Bayern: Aufgaben und Zusammenwirken
  • Achtung der Menschenwürde; Bereitschaft, für demokratische Grundwerte einzutreten
  • Einsicht, dass Rechte und Verantwortung in Zusammenhang stehen
  • Bereitschaft, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen
  • Interesse an aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft
  • Fähigkeit zur eigenständigen Informationsbeschaffung und -auswertung

SkWSG-S 10.1 Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens (ca. 14 Std.)

Die Schüler gelangen unter Heranziehung historischer bzw. aktueller Beispiele zu der Einsicht, dass die Achtung der Menschenwürde sowie der Schutz der Menschen- und Bürgerrechte die wesentliche Grundlage für ein Leben in Freiheit und die Basis für ein friedliches Miteinander in der demokratischen Gesellschaft darstellen. Ausgehend von der Notwendigkeit der Sicherung der Menschen- und Bürgerrechte erkennen die Schüler, dass die in Art. 1 und 20 GG sowie Art. 79 Abs. 3 GG verankerten Prinzipien den unveränderlichen Verfassungskern bilden. Sie lernen die Wertordnung des Grundgesetzes und zentrale Merkmale von Demokratie, Rechtsstaat und Sozialstaat kennen. In diesem Zusammenhang üben die Schüler die Arbeit mit dem Grundgesetz ein.

  • Menschenrechtsverletzungen als weltweites Problem; völkerrechtliche Kodifizierung; gesellschaftliche und politische Initiativen zur Durchsetzung der Menschenrechte
  • Menschenwürde als Grundlage des Grundgesetzes: Art. 1 GG, davon abgeleitete Menschen- und Bürgerrechte; Spannungsverhältnis zwischen Grundrechten am Beispiel; Schutz des Verfassungskerns durch Art. 79 Abs. 3 GG
  • Rechtsstaat: Garantie der Grundrechte; Bindung der staatlichen Gewalt an Recht und Gesetz; Gewaltenteilung
  • Demokratie: Volkssouveränität als Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung; Ausgewogenheit von Rechten und Pflichten, Bedeutung von Engagement, Toleranz und Zivilcourage; Herausforderungen, z. B. Fundamentalismus, politischer Extremismus; Möglichkeiten der wehrhaften Demokratie
  • Sozialstaat: Aspekte sozialer Sicherung und sozialer Teilhabe; Herausforderungen für Staat und Gesellschaft anhand eines aktuellen Beispiels

SkWSG-S 10.2 Mitwirkungsmöglichkeiten in der demokratischen Gesellschaft (ca. 14 Std.)

Aufbauend auf Kenntnisse aus den Jahrgangsstufen 8 und 9 informieren sich die Schüler möglichst mit Bezug auf ihren unmittelbaren Erfahrungsbereich über die wesentlichen Mitwirkungsmöglichkeiten des Einzelnen und von Gruppen im politischen Prozess. Sie lernen, dass das gesellschaftliche Zusammenleben auf dem Wechselspiel von in­dividueller Freiheit und übergreifenden verbindlichen Regeln beruht. Dabei erfahren sie, dass in einer pluralistischen Gesellschaft die Vielfalt der Meinungen und Interessen selbstverständlich ist. Die Bereitschaft zu Mitwirkung und Engagement soll gefördert werden.

  • Wahrnehmung von Interessen und Mitwirkungsmöglichkeiten des Einzelnen an Beispielen aus dem Lebensumfeld der Jugendlichen
  • Gruppen- und Interessenvielfalt als Wesensmerkmal einer freiheitlichen Demokratie; Grundsätze und Regeln einer pluralistischen Gesellschaft; Spannungsverhältnis von Einzel- und Gruppeninteressen und Gemeinwohl
  • organisierte Interessen im politischen Prozess: Funktionen und Einflussmöglichkeiten von Verbänden und Interessengruppen
  • die Rolle der Massenmedien in der Demokratie
  • politische Parteien: Parteienspektrum, Kennzeichen, Aufgaben von Parteien, aktuelle Ent­wick­lun­gen
  • Kennzeichen und Funktionen demokratischer Wahlen; das Wahlsystem der Bundesrepublik Deutschland; Aspekte des Wählerverhaltens

SkWSG-S10.3 Die politische Ordnung in Deutschland (ca. 25 Std.)

Die Schüler erarbeiten die politischen Strukturen in Deutschland. Sie erkennen das Funktionieren, die Aufgaben und das komplexe Zusammenwirken politischer Organe und Institutionen auf den verschiedenen politischen Ebenen. Vor allem die Betrachtung der landes- und kommunalen Ebene verdeutlicht ihnen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld, wie politische Entscheidungen getroffen und umgesetzt sowie vom Bürger mitbestimmt werden können.

SkWSG-S 10.3.1 Das politische System der Bundesrepublik Deutschland

Die Schüler erwerben Kenntnisse über die grundlegende Struktur des parlamentarischen Regierungssystems und der föderativen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Sie gewinnen möglichst unter Einbeziehung des aktuellen Geschehens Einsicht in das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen politischen Organe. Dabei wird ihnen deutlich, dass der politische Prozess der Lösung oder Minderung von Problemen dient und Entscheidungen herbeiführt.

  • parlamentarisches Regierungssystem: Gewaltenverschränkung; Zusammensetzung und Aufgaben des Bundestags; rechtliche Stellung und Handlungsspielraum des Abgeordneten; Aufbau und Aufgaben der Bundesregierung; Stellung des Bundeskanzlers; Möglichkeiten und Grenzen der Opposition; Zusammenwirken von Legislative und Exekutive; Stellung des Bundespräsidenten
  • föderative Ordnung der Bundesrepublik, Aufgabenverteilung zwischen Bund und Ländern; Vorteile und Nachteile des Föderalismus
  • Gesetzgebungsverfahren auf Bundesebene; Rolle des Bundesrats
  • Bedeutung des Bundesverfassungsgerichts
  • das Zusammenwirken der Träger des politischen Prozesses, ggf. an einem aktuellen Beispiel

SkWSG-S 10.3.2 Politisches Leben und staatliche Ordnung im Freistaat Bayern

Ausgehend von der föderativen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland beschäftigen sich die Schüler möglichst unter Einbeziehung des aktuellen Geschehens mit den Aufgaben und dem Zusammenwirken der staatlichen Organe in Bayern. Sie lernen politisches Handeln auf den verschiedenen Ebenen kennen. Den Schülern wird bewusst, dass sich ihnen auf landes- und kommunaler Ebene weitere Partizipationsmöglichkeiten eröffnen.

  • Basisinformationen zum Freistaat Bayern, z. B. zu Verfassung, Bevölkerung und politischer Gliederung
  • Zusammenwirken der staatlichen Organe: Landtag, Staatsregierung und Verwaltung 
  • Wahlen und plebiszitäre Mitwirkungsmöglichkeiten in Bayern
  • Aufgaben, Strukturen und Möglichkeiten politischen Handelns auf den kommunalen Ebenen (Kommunen, Landkreise, Bezirke); ggf. Lernort Rathaus, Landratsamt o. Ä.

SkWSG-S 10.4 Fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt mit Geschichte (ca. 3 Std. je Fach)

Eine Erläuterung der Ziele und Inhalte des Projekts findet sich im Lehrplan der Jahrgangsstufe 10 für Sozialkunde als einstündiges Fach (siehe Sk 10.4).

SkWSG-S 10.5 Profilbereich am WSG-S (ca. 28 Std.)

So­weit die gemäß Stundentafel zur Verfügung stehende Profilstunde dem Fach Sozialkunde zugeordnet wird, ver­tie­fen die Schüler die Themen SkWSG-S 10.2 und SkWSG-S 10.3 durch die im Folgenden angegebenen Inhalte. Außerdem be­schäftigen sie sich mit dem Thema „Le­bensgestaltung im 21. Jahrhundert“. Die zusätzliche Unterrichtszeit ermöglicht den Schülern verstärkt und kon­ti­nuier­lich, das aktuelle Geschehen zu verfolgen und es in größere Zusammenhänge einzuordnen. Zudem ergeben sich weitere Möglichkeiten für die Eigentätigkeit der Schüler: Dis­kus­sions­for­men und Prä­sentationstechniken können geübt werden.

zu SkWSG-S 10.2 Mitwirkungsmöglichkeiten in der demokratischen Gesellschaft:

  • Bedeutung der politischen Sozialisation: Möglichkeiten einer Erziehung zu demokratischem Handeln in Familie und Schule; Auseinandersetzung mit Beispielen und Erfahrungen
  • Diskussion aktueller Reformansätze zu mehr Bürgerbeteiligung; ggf. Erkundung von Beteiligungsmöglichkeiten in der eigenen Kommune

zu SkWSG-S 10.3.1 Das politische System der Bundesrepublik Deutschland:

  • Vor- und Nachteile der vertikalen und horizontalen Gewaltenteilung
  • Herausarbeiten von Möglichkeiten der Kontrolle und Kooperation im politischen Prozess; ggf. Fallanalyse
  • Möglichkeiten und Grenzen nationaler Politik in einer globalisierten Welt; Notwendigkeit internationaler Kooperation

zu SkWSG-S 10.3.2 Politisches Leben und staatliche Ordnung im Freistaat Bayern:

  • Mitwirkungsmöglichkeiten Bayerns in der Europäischen Union
  • grenzüberschreitende Zusammenarbeit Bayerns mit europäischen Nachbarn an Beispielen

 

Lebensgestaltung im 21. Jahrhundert

Die Schüler befassen sich mit eigenen Zukunftsvorstellungen und mit Prognosen für die Gesellschaft und lernen die Bedeutung gesellschaftlicher Entwicklungen und individueller Voraussetzungen für die eigene Lebensgestaltung kennen. Sie sehen sich aufgrund der neu gewonnenen Kenntnisse besser in der Lage, Chancen und Risiken für die eigene Biographie zu erkennen und können sicherer und selbstbewusster Perspektiven für sich selbst einschätzen. Das Thema eignet sich für ein stark durch Eigentätigkeit der Schüler geprägtes, umfangreicheres Projekt.

  • Vorstellungen von der eigenen Zukunft sowie der Zukunft der Gesellschaft: Erwartungen, Chancen und Hin­der­nis­se für die Verwirklichung; Werte und Lebensziele; Auswertung von Umfragen, Jugendstudien und Zu­kunfts­pro­gno­sen
  • Pluralisierung von Lebensentwürfen und -konzepten: berufsbezogene und familiär-private Orientierungen, Misch­for­men und individualisierte Konzepte; Übernahme von Verantwortung in verschiedenen Lebensphasen; Le­bens­läu­fe zwischen Abhängigkeiten und Selbststeuerung an Beispielen
  • in­dividuelle Bedingungen für die Lebensgestaltung: Bedeutung von Herkunft, Geschlecht, Schulabschlüssen und Aus­bildung; Rolle von Motivation und Schlüsselqualifikationen
  • gesellschaftliche Spannungsfelder und ihre Auswirkungen: Ursachen für soziale Asymmetrien (z. B. in Le­bens­stan­dard, sozialer Sicherheit); Auseinandersetzung mit Positionen zu sozialer Gerechtigkeit; Notwendigkeit eigen­ver­ant­wortlichen Handelns
  • Be­deutung bürgergesellschaftlichen Engagements; Möglichkeiten und Chancen für Einflussnahme und Mit­wir­kung; Vorteile für Individuum und Gesellschaft
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