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11/12 Musik (2)

Weitgreifende kulturelle Bildung und ästhetische Urteilsfähigkeit unterstützen die jungen Erwachsenen bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und Entscheidungssicherheit. Sie greifen mit der Wahl des Unterrichtsfaches Musik auf ihre Erlebnisse, Erfahrungen und ihr musikalisches Vorwissen ebenso zurück wie auch auf ihre praktischen Fertigkeiten.

Im Musikunterricht der Jahrgangsstufen 11 und 12 erweitern und vertiefen sie ihre bisher erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen durch die Auseinandersetzung mit sieben unterschiedlichen Themenfeldern sowie einem Projekt.

Die Themenfelder sind größtenteils fächerübergreifend konzipiert und reflektieren so Stellung und Rolle von Musik im privaten, gesellschaftlichen und politischen Raum. Sie durchdringen und ergänzen sich gegenseitig. In ihrem zeitlichen Bearbeitungsrahmen sind die Felder unterschiedlich gewichtet und verteilen sich auf zwei Jahre, wobei die Reihenfolge der Erarbeitung innerhalb dieser Zeitspanne freigestellt ist.

Historische Ein- und Zuordnung soll ein jahrgangsübergreifendes Epochenraster schaffen, ausgehend von der „Europäischen Musikkultur im Überblick“ in Jahrgangsstufe 10. In dieses Raster fügen sich sukzessive die behandelten Kompositionen ein.

Durch gemeinsames und solistisches Singen und Musizieren werden viele Inhalte praktisch erfahrbar. Hier und mit der häufigen Anwendung selbständiger und teamorientierter Arbeits- und Lernformen eignen sich die Schüler wissenschaftliche Arbeitstechniken, Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen an, die ihnen in zahlreichen Studiengängen und Berufsfeldern hilfreich sind.

Seminare in Musik ermöglichen eine Vertiefung und Ergänzung musikalischer Inhalte, durch die Wahl von Vokalensemble und Instrumentalensemble wird der praktischen Auseinandersetzung mit Musik ein zusätzlicher Raum eröffnet.

Mu 11/12.1 Musik und Sprache

Durch Hören und Analyse, aber auch durch Singen und Musizieren lernen die Schüler ein breites Spektrum an Möglichkeiten der Sprachvertonung kennen und bestimmen typische Stilmittel.

Aspekte

  • Vokalmusik der Hoch- und Spätrenaissance
    • Ausdruckskunst einer elitären Gesellschaft: Textausdeutung im italienischen oder englischen Madrigal
    • Textausdeutung und Lautmalerei in der französischen Chanson oder im deutschen Chorlied, z. B. bei C. Jannequin, O. di Lasso
  • Lied der Romantik
    • Textausdeutung im Klavierlied, z. B. bei F. Schubert oder R. Schumann
  • Sprachbehandlung in der Musik ab dem 20. Jahrhundert
    • melorhythmische Deklamation bei A. Schönberg oder A. Berg
    • experimenteller Umgang mit der Stimme und Zerfall sprachlicher Semantik, z. B. bei L. Berio
  • Vokale Formen in der Popularmusik
    • Textbehandlung, z. B. bei Liedermachern, im Jazz, Rock/Pop, HipHop

Mu 11/12.2 Musik und Religion

Die jungen Erwachsenen befassen sich mit geistlichen Werken aus verschiedenen Kulturkreisen, Epochen, Stilarten und mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Sie erfahren, dass Musik und Religion eng miteinander verbunden sein können und lernen verschiedene Möglichkeiten des musikalischen Umgangs mit religiösen Texten kennen.

Aspekte

  • Ausdruckssteigerung des Textes und meditative Versenkung
    • Erscheinungsformen in verschiedenen Religionen, z. B. Musik der Sufis
    • Ausprägungen in der Gregorianik (Psalmodie und Jubilus)
  • Ausdruck des Glaubens in der lateinischen Messe
    • Satzkunst der „Niederländer“: Kanon und andere Imitationsformen, z. B. bei J. Despréz oder J. Ockeghem
    • festliche Klangästhetik in der Orchestermesse der Wiener Klassik, z. B. bei J. Haydn oder W. A. Mozart
  • Affektdarstellung in geistlicher Musik
    • Textausdeutung durch bildhafte Gestik und tiefgehende Symbolik, z. B. bei H. Schütz und J. S. Bach
    • neue Ausdrucksmittel, z. B. bei K. Penderecki, A. Pärt, S. Gubaidulina, L. Bernstein

Mu 11/12.3 Musik im Dienst politischer Ideen

Die jungen Erwachsenen setzen sich mit Musik auseinander, die in besonderer Weise in politischem oder gesellschaftlichem Kontext steht, eine politische Überzeugung widerspiegelt, auf eine politische Wirkung abzielt oder politisch missbraucht wird.

Aspekte

  • Techniken und Wirkungen politischer Lieder verschiedener Epochen

    • im 19. Jahrhundert, z. B. Lieder der Arbeiterbewegung
    • in den letzten Jahrzehnten, z. B. B. Dylan, K. Wecker, Biermösl Blosn
  • Musik in totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts
    • Musik als Mittel der Agitation, z. B. Massenlieder, Märsche
    • symphonische Musik mit politischer Aussage, z. B. Symphonien D. Schostakowitschs
    • Diskriminierung so genannter entarteter Musik im Dritten Reich
  • politische Wirkung unpolitischer Musik
    • Musik als Mittel der Verdrängung, z. B. Schlager in Zeiten des Krieges, Heimatlieder in Zeiten des Identitätsverlustes

Mu 11/12.4 Klangkörper im Wandel

Die Schüler erleben die Faszination orchestraler Musik vom Barock bis in die Gegenwart. Sie setzen das spezifische Klangbild in den Kontext seiner Zeit.

Aspekte

  • das orchestrale Klangbild des Spätbarock, dargestellt am Beispiel eines Concerto, z. B. von A. Vivaldi, G. F. Händel oder J. S. Bach
    • alternierende Klanggruppen: das Prinzip des Konzertierens
    • Generalbasspraxis: Instrumente, Notation, Improvisation
  • Entwicklungsstationen in der Klassik: Mannheim – Wien
    • frühklassische Neuerungen, z. B. Besetzung und Klangeffekte der Mannheimer Schule, z. B. bei J. Stamitz
    • das orchestrale Klangbild bei W. A. Mozart oder L. van Beethoven
  • Entwicklungen im 19. Jahrhundert, z. B. bei H. Berlioz, A. Bruckner, G. Mahler, R. Strauss
    • Differenzierung im Orchesterklang
    • Ausweitung der Besetzung
  • Übernahme in das Genre Filmmusik, z. B. bei B. Herman, E. Morricone, J. Williams

Mu 11/12.5 Musik, Interpreten, Interpretationen – einst und jetzt

Die Schüler lernen Zusammenhänge zwischen Komposition, Instrumentenbau, Musikwissenschaft, Aufführungspraxis, Interpretation, Konzertleben und Musikkritik kennen. Vor dem Hintergrund geschichtlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen verstehen sie die Veränderung der Stellung und Rolle des Interpreten.

Aspekte

  • der konzertierende Musiker im Spannungsfeld z. B. von Virtuosentum, Routine und dem Anspruch von Hörern und Fachwelt
    • Berufswirklichkeit des ausübenden Musikers, z. B. Ausbildungs- und Konkurrenzsituation, physische und psychische Belastungen
    • Konzerte und Konzertprogramme einst und jetzt
    • Interpreten und Interpretationen im Spiegel der Musikkritik
  • Frage der Authentizität: Interpretationsansatz, historische und moderne Aufführungspraxis
    • Quellenlage, Editionen und Bearbeitungen
    • der Wandel im Instrumentenbau und in der Spieltechnik
  • Vergleich mehrerer Versionen eines Titels aus Jazz/Rock/Pop
    • Jazztitel in unterschiedlichen Interpretationen
    • Cover-Versionen eines Titels der Rock- und Popmusik

Mu 11/12.6 Musik und Tradition

Die jungen Erwachsenen nehmen das Spannungsfeld zwischen Gegenwartsbindung und Rückbezug wahr, dem das Schaffen nahezu jedes Komponisten ausgesetzt ist. Es werden Werke verschiedener Musiksparten eingebunden, um zu verdeutlichen, dass dieser Aspekt keineswegs nur für den Bereich der sog. Kunstmusik Gültigkeit hat. Die Schüler erkennen, dass Rückbezug nicht unbedingt mit konservativ-verfestigter Grundhaltung einhergehen muss.

Aspekte

  • Volksmusik als Aspekt des Rückbezugs
    • verfremdendes und collageartiges Einbinden volksmusikalischer Elemente, z. B. bei G. Mahler oder I. Strawinsky
    • Einfluss der Volksmusik auf rhythmische und melodische Gestaltung, z. B. bei B. Bartók oder H. Villa-Lobos
  • Umgang mit Konventionen
    • Rebellion gegen alles Situierte, z. B. P. Hindemiths Frühphase, E. Satie oder G. Antheil
    • Modalität im Jazz der 1960er-Jahre, z. B. bei M. Davis oder H. Hancock, oder in der Rockmusik
    • von der Auflösung der Dur-Moll-Tonalität zur Determination von Gestaltungsparametern, z. B. A. Schönbergs Weg in die Dodekaphonie
  • Einbezug von Gestaltungselementen der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts in die Popularmusik
    • erweitertes Songformat, symphonische Attitüde und Stilmittel der Oper, z. B. bei Brian Eno, Allan Parsons oder Queen

Mu 11/12.7 Musik von 1950 bis heute

In der so genannten Kunstmusik wie in der Popularmusik ab 1960 zeigt sich eine bisher nicht gekannte Stilvielfalt. Die Schüler lernen einige Ausprägungen kennen.

Aspekte

  • kompositorische Reaktionen auf den Serialismus
    • Klangflächenkompositionen, z. B. bei G. Ligeti oder L. Edlund
    • aleatorische Prinzipien, z. B. bei J. Cage oder im Free Jazz
  • Einflüsse anderer Kulturkreise auf musikalische Konzepte
    • afrikanische Musikmodelle der Minimalmusic, z. B. bei S. Reich
    • Verschmelzung verschiedener ethnischer Einflüsse in der Popularmusik und im Jazz
  • Entwicklung elektronischer Klangerzeugung
    • Klangsynthese und Sampling als Mittel zur Innovation in der Popularmusik
    • Klangsynthese und Sampling als Mittel der Kommerzialisierung

Mu 11/12.8 Projekt

Ziel dieses Projekts ist es, dass sich die Schüler über einige Wochen vielfältig und – soweit möglich – umfassend mit einer musikalischen Thematik auseinandersetzen. Das Spektrum an Themenstellungen kann sich über die ganze Bandbreite an Musik erstrecken, so dass der Schwerpunkt nach Interessenlage der Schülergruppe und den sich bietenden Möglichkeiten vor Ort individuell festgelegt werden kann. Die Terminierung des Projekts innerhalb der zwei Jahre sollte sich ggf. danach richten, zu welchem Zeitpunkt sich eine Kooperation mit außerschulischen Partnern, wie z. B. Konzertveranstaltern, anbietet. Eine Verknüpfung mit Inhalten aus den anderen Themenfeldern ist dabei möglich, aber nicht Bedingung.

Die folgenden Vorschläge sollen beispielhaft Möglichkeiten aufzeigen, wie sich ein solches Projekt durchführen lässt. Die Ideen sind in ihrer konkreten Planung variabel oder können durch andere ersetzt werden:

  • Gemeinsamer Besuch einer musikalischen Veranstaltung
    • Kennenlernen und ggf. Erarbeitung von Werkdetails im Unterricht: stilistische Einordnung, Textentwurf für ein Programmheft
    • Information über die Interpreten und ggf. Komponisten, Gespräche mit beteiligten Musikern
    • Aspekte der praktischen Umsetzung, z. B. Logistik, Marketing, Technik
    • Probenbesuch
    • Nachbereitung, z. B. Interviews mit Konzertbesuchern, Verfassen einer eigenen Konzertrezension
  • Beschäftigung mit einer Musikerpersönlichkeit eines beliebigen Genres
    • Wechselwirkung von Biographie, künstlerischem Werdegang und ggf. Werk
    • Interpretationsvergleich unterschiedlicher Aufnahmen eines Werks
    • divergierende Beurteilung durch Zeitgenossen und die Nachwelt
    • künstlerische Auswirkungen des Schaffens auf die Musikwelt
    • Präsentation der Ergebnisse, ggf. auch Musizieren eines Werks in geeignetem Rahmen

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