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Geschichte

Selbstverständnis des Faches

Die Schüler erlangen durch den Unterricht im Fach Geschichte am Gymnasium Historische Erkenntnissevertiefte Erkenntnisse über Strukturen, Entwicklungen, Ereignisse und Persönlichkeiten, welche die Vergangenheit geprägt haben und damit auch das Leben in der Gegenwart beeinflussen. Sie erhalten einen Einblick in das Denken und Handeln der Menschen in früheren Zeiten. Ihnen wird bewusst, wie historisches Wissen entsteht, und sie entdecken das Faszinierende an der Beschäftigung mit der Dimension „Zeit“.

Die Historisches Bewusstsein Auseinandersetzung mit der Vergangenheit fördert die Bereitschaft, sich mit dem zeitlich und räumlich Fernen sowie dem Fremden und Ungewohnten auseinanderzusetzen und ihm mit Offenheit zu begegnen. Gleichzeitig erleichtert die Beschäftigung mit Zusammenhängen zwischen Vergangenheit und Gegenwart die Orientierung der Schüler in ihrer eigenen Lebenswelt. Um die Zukunft mitzugestalten, bedarf es der Erkenntnis, dass die Gegenwart historisch bedingt ist.

Ein vertieftes historisches Bewusstsein ist somit wesentlicher Bestandteil einer Politische Bildungsoliden politischen Bildung.

Beitrag des Faches zur gymnasialen Bildung und Persönlichkeitsentwicklung

Das Inhaltliche Dimensionen des Unterrichts am Gymnasium vermittelte differenzierte Geschichtsverständnis umgreift regional- bzw. landesgeschichtliche Entwicklungen ebenso wie die deutsche Geschichte und gesamteuropäische bzw. weltgeschichtliche Aspekte.

Bei der unterrichtlichen Arbeit erhalten die Schüler auch einen Einblick in historische Forschungsmethoden und fachspezifische Vorgehensweisen zur Erschließung der Vergangenheit. Schrittweise werden sie zur selbständigen problemorientierten Beschäftigung mit historischen Vorgängen befähigt und erlernen den reflektierten UmgangLebensweltliche Bedeutung des Geschichtsunterrichts mit Geschichtsvorstellungen in Vergangenheit und Gegenwart. Sie begegnen den Formen öffentlicher Geschichts- und Erinnerungskultur und werden in die Lage versetzt, daran teilzuhaben. Historische Methodenkompetenz, insbesondere die Fähigkeit zum überlegten Sammeln, Gliedern und Auswerten von Datenmaterial sowie zum rationalen Argumentieren, ist über den Fachunterricht hinaus von grundsätzlicher Bedeutung für die Lebensbewältigung. Analytisches Denken sowie die Bereitschaft, die Multikausalität von Erscheinungen und Ereignissen zu berücksichtigen, werden im Fach Geschichte besonders gefördert.

Im Umgang Verständnis für kulturelle Vielfalt mit der Geschichte entwickeln die Jugendlichen Verständnis für die unterschiedlichen Lebensformen und Mentalitäten der Menschen in vergangenen Zeiten und damit auch für fremde Kulturen der Gegenwart. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für ihr eigenes Leben in einer von vielfältigen kulturellen Einflüssen geprägten Gesellschaft. Da die Begegnung mit der Vergangenheit nicht kritiklos erfolgt, werden wichtige Voraussetzungen für eine wertgeprägte Grundhaltung geschaffen. Die Schüler werden sich der Wurzeln unserer christlich-abendländischen Kultur und deren Bedeutung für die Identitätsfindung in Staat und Gesellschaft bewusst. Das Wissen um die Entstehung sowie um Chancen und Grenzen demokratischer Strukturen führt zur Wertschätzung der freiheitlich-demokratischenFreiheitlich-demokratisches­ Profil  Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und verdeutlicht die Notwendigkeit gesellschaftlichen Engagements. Im Rahmen der Werteerziehung stärkt der Geschichtsunterricht die Fähigkeit und den Willen zur Abwehr von politischem Extremismus in jeder Form; er fördert die Achtung der Menschenrechte, die Bereitschaft zur friedlichen Zusammenarbeit sowie die Herausbildung eines europäischen Bewusstseins bei gleichzeitiger Anerkennung des Eigenwerts von Regionen und Nationen.

Aus geschichtlichen Erkenntnissen heraus entwickeln die Schüler Möglichkeiten der eigenen Lebensorientierung, indem sie aus der reflektierten Betrachtung der Vergangenheit Prämissen für das eigene Denken und Handeln gewinnen. Für das Fach Geschichte ist dabei die Erziehung zu einer Haltung Wertgebundene Toleranzder Aufgeschlossenheit und Toleranz gegenüber dem Neuen und Anderen auf der Grundlage klarer persönlicher Wertvorstellungen von besonderer Bedeutung.

Zusammenarbeit mit anderen Fächern

Auf Grund Grundlegende Funktion des Faches Geschichte des Gewordenseins aller Erscheinungen menschlichen Lebens besitzt das Fach Geschichte eine grundlegende Funktion im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit vielen Fächern. Es stellt geschichtliches Wissen bereit, das zu einem vertieften Verständnis vieler Inhalte auch anderer Unterrichtsfächer beiträgt; dies verdeutlichen folgende Beispiele, die jeweils zentrale Aspekte der Zusammenarbeit hervorheben:

Religionslehre, Ethik

Wertorientierung; historische Entwicklung von Religionen, Konfessionen und Kirchen

Deutsch, Fremdsprachen

historische Grundlagen literarischer Epochen und Strömungen; Landeskunde

Mathematik, Naturwissenschaften

historisches Umfeld von Entdeckungen und Erfindungen

Geographie

Raum als Faktor von geschichtlicher Bedeutung

Sozialkunde

Entwicklung von Menschenrechten und politischen Institutionen

Wirtschaft und Recht

Entwicklung von Wirtschaftssystemen und ihre geistesgeschichtlichen Hintergründe

Kunst, Musik

historisch-kultureller Kontext künstlerischer Werke

Die Zusammenarbeit mit dem Fach Sozialkunde drückt sich ab Jahrgangsstufe 10 in einer engen thematischen Abstimmung beider Lehrpläne sowie einem gemeinsamen Projekt in Jahrgangsstufe 10 aus.

Eine Bilingualer Unterricht besondere Aufgabe kommt darüber hinaus dem bilingualen Unterricht im Fach Geschichte zu, der den Schülern mit Hilfe einer fremden Sprache ein vertieftes Verständnis anderer Kulturen und der damit verbundenen Perspektiven vermittelt.

Ziele und Inhalte

In Jahrgangsstufen 6 mit 10: Chronologie den Jahrgangsstufen 6 mit 10 erhalten die Schüler einen an der Chronologie historischen Geschehens orientierten Überblick über die Epochen und Räume der Weltgeschichte, der seinen Schwerpunkt auf die Erarbeitung von Grundlinien deutscher und europäischer Geschichte legt, ab der Frühen Neuzeit aber auch zunehmend die weltpolitische Dimension aufgreift. Die Entwicklung eines chronologischen Bewusstseins schafft einen Ordnungsrahmen für die Vielfalt der historischen Phänomene. Die Anschaulichkeit Anschaulichkeit und Zusammenhänge ist in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 ein wichtiger Ausgangspunkt für die unterrichtliche Arbeit. Die Lebendigkeit und Farbigkeit der Inhalte sowie die Vielfalt der Formen ihrer Vermittlung im Unterricht sprechen die emotionalen und erlebnisorientierten Bedürfnisse der Jugendlichen an; dabei werden die historischen Fakten von Anfang an stets in größere Zusammenhänge eingebettet.

Der Geschichtsunterricht in den Jahrgangsstufen 11 und 12 konzentriert sich auf der Basis eines Jahrgangsstufen 11 und 12: Längsschnitte; Querschnitte; Vergleiche; Fallstudien soliden Grundwissens stärker auf Strukturierungskonzepte wie Längs- und Querschnitte, Vergleiche und problemorientierte Fallstudien, welche die in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten methodenorientiert und mehrperspektivisch in neuen Zusammenhängen zur Anwendung bringen und vertiefen. Das Fach Geschichte in den Jahrgangsstufen 11 und 12 erweitert die Allgemeinbildung der jungen Erwachsenen und gewährleistet eine sichere historische Orientierung. Die Wahl eines Seminars Geschichte eröffnet ihnen die Möglichkeit, sich wissenschaftsnah mit spezielleren, den Stoff des Lehrplans vertiefenden und ergänzenden Themen zu befassen.

In den Seminaren der Oberstufe, aber auch im Zuge der vertiefenden und wiederholenden Einheiten in den Jahrgangsstufen 6 mit 10  (exemplarische Vertiefungen in den Jahrgangsstufen 6 mit 9; gemeinsames Projekt mit Sozialkunde in Jahrgangsstufe 10) besteht Gelegenheit, mit Hilfe lokal- oder regionalgeschichtlicher Themen eine die Jugendlichen unmittelbar berührende Vorstellung von geschichtlichen Sachverhalten zu vermitteln. An geeigneter Stelle sollen dazu die vielfältigen Möglichkeiten der „Geschichte vor Ort“ genutzt werden: Bei Studientagen mit historischer Thematik, beim Besuch außerschulischer Lernorte (Museen, Archive, Gedenkstätten) sowie durch die Zusammenarbeit mit historischen Vereinen leistet das Fach Geschichte mit seinen spezifischen Inhalten und Methoden einen wesentlichen Beitrag zur Öffnung der Schule nach außen. Dies ist in sinnvoller und abgestufter Weise in jeder Jahrgangsstufe anzustreben. Insbesondere in der Oberstufe sollen zudem Kontakte zu Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen hergestellt werden. Die Nutzung der Bibliothek als Lernort dient in jeder Jahrgangsstufe einer immer selbständigeren Aneignung geschichtlicher Inhalte.

Zur Stärkung der fachlichen Grundlagen werden über alle Jahrgangsstufen Historische Methodikhinweg fachspezifische Methoden vermittelt und ihre kompetente Handhabung wird eingeübt. Die Schüler begegnen dabei den unterschiedlichen Formen geschichtlicher Quellen und den jeweils angemessenen Auswertungsmethoden. Es wird auf eine altersgemäße und zugleich an Fachinhalten orientierte Abfolge in progressiver Anlage geachtet. Die Methodenkompetenz umfasst auch den sinnvollen Umgang mit neuen Medien und schließt die angemessene Nutzung moderner Präsentationsformen durch die Jugendlichen mit ein. Die differenzierte Betrachtung und Auswertung geschichtlicher Zeugnisse führt zur Wahrnehmung aus unterschiedlichen Perspektiven und ermöglicht dadurch die Einsicht in die Bedingtheit und Begrenztheit menschlich-historischer Erfahrungen. Der Geschichtsunterricht macht zudem die Grundphänomene von Veränderung und Kontinuität in der Zeit begreifbar. Auch dadurch hilft er den jungen Menschen bei der Suche nach eigenen festen Maßstäben.

Die Nachhaltigkeit geschichtlichen Lernens wird im Lehrplan durch zusätzliche Nachhaltigkeit des LernensAngebote zum Wiederholen, Vertiefen und Verknüpfen am Ende von Unterrichtseinheiten bzw. am Ende einzelner Jahrgangsstufen gesichert (exemplarische Vertiefungen). Die Auswahl der Themen durch die Lehrkraft soll unter Berücksichtigung der Situation in der einzelnen Klasse und mit deren Beteiligung erfolgen. Dabei wird in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 besonderes Gewicht auf die Durchführung handlungs- und produktionsorientierter Projekte gelegt.

Der GrundwissenVermittlung des Grundwissens, das Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen umfasst, kommt im Fach Geschichte fundamentale Bedeutung zu. Mit den zentralen Begriffen, Daten, Namen und Zusammenhängen, die den Unterricht über die einzelnen Jahrgangsstufen hinweg prägen, erwerben die Jugendlichen eine fachterminologische und chronologische Grundlage historischen Bewusstseins, die das historische Kontinuum gliedern hilft und das Verständnis für zeittypische wie langfristige geschichtliche Strukturen vertieft. Die fachspezifische und fächerübergreifende Bedeutung des Grundwissens muss den Schülern über die Jahrgangsstufen hinweg durch sein Aufgreifen und seine Anwendung in immer neuen Zusammenhängen verdeutlicht werden. In gleicher Weise werden in progressiver Form die historischen Methoden- und Orientierungskompetenzen über die Jahrgangsstufen hinweg vermittelt und erweitert. Der Unterricht in der Oberstufe setzt das sichere Verfügen über das Grundwissen sowie seine altersspezifische Reflexion voraus.

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