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Home » Lehrplan (Pflicht-/Wahlpflichtfächer) » II Fachprofile » Klassische Sprachen

Klassische Sprachen

Selbstverständnis der Fächer

In der modernen Welt hat die rasche Verbreitung von Informationen in nahezu allen Bereichen erheblich an Bedeutung gewonnen. Um diese Vielzahl von jederzeit abrufbaren Daten verstehen, ordnen und bewerten zu können, brauchen junge Menschen ein breites und fundiertes OrientierungswissenOrientierungswissen, das von der Kenntnis der Ursprünge und Grundzüge europäischen Denkens getragen ist. Dieses Wissen um unsere Wurzeln und die zentralen, historisch gewachsenen Grundlagen der europäischen Kultur und Geistesgeschichte erwerben die Schüler vor allem im Unterricht der klassischen Sprachen Latein und Griechisch.

Die Grundlagen EuropasGeschichte und Idee Europas wird in ihren Anfängen durch den eng begrenzten Raum, den wir als Griechenland kennen, geprägt. Literatur, Wissenschaften, Geschichtsschreibung und Philosophie der Griechen bilden die Fundamente der europäischen Kultur; auch die Grundlagen einer demokratischen Staatsverfassung wurden hier entwickelt.

Die Römer haben zentrale Errungenschaften des griechischen Kulturkreises in vielen Bereichen zum Maßstab des eigenen DenkensFortwirken des antiken Denkens und Handelns gemacht, modifiziert und durch eigenständige Entwicklungen wie das bis heute wirkende Römische Recht erweitert. Infolge der Ausdehnung der römischen Herrschaft über weite Teile Europas lebt die lateinische Sprache in vielen europäischen Sprachen fort; seit Jahrhunderten tradiert und vermittelt sie abendländisch-christliches Denken.

Ziele und Wirkung

Die

Analysefähigkeit und Sprach­bewusstsein

Fächer Latein und Griechisch schulen durch die Analyse und Übersetzung originalsprachiger Sätze und Texte logisches und kombinatorisches Denken und schaffen ein ausgeprägtes Sprachbewusstsein, das den Schülern auch im Deutschen und beim Erwerb weiterer Fremdsprachen zugutekommt. Gründlichkeit, Ausdauer, Systematik, Blick für Zusammenhänge und Genauigkeit im Detail sind dabei ebenso wichtig wie der kreative Umgang mit Sprache und Stil sowie der Mut zu eigener Problemlösung.

Das

Textverständnis

Erschließen von Texten, das genaue Erfassen ihres gedanklichen Gehalts und die sprachlich korrekte Ausdrucksfähigkeit stellen grundlegende Schlüsselqualifikationen dar, die im altsprachlichen Unterricht der Unter-, Mittel- und Oberstufe sowie in den Seminaren gefördert werden.

Neben der Vermittlung sprachlicher Kompetenzen bieten die klassischen Sprachen einen intensiven LiteraturunterrichtLiterarische Bildung, der die Schüler mit grundlegenden Werken der Antike und des Christentums vertraut werden lässt. Bei der Lektüre und Interpretation anspruchsvoller literarischer Schriften lernen sie die wichtigsten Formen und Gattungen kennen, die nicht nur die europäische Literatur bis in die Gegenwart prägen.

Die Aktualität der AntikeBeschäftigung mit zentralen Texten aus den Bereichen Geschichtsschreibung, Politik, Philosophie, Recht, Naturwissenschaft, Dichtung, Religion und Mythologie sowie die Auseinandersetzung mit ihrer Rezeptions- und Wirkungsgeschichte schafft bei den Jugendlichen ein vertieftes Verständnis für die Vielfalt der antiken Geisteswelt. Zugleich wird es ihnen ermöglicht, mit den Denkmodellen der Antike in einen geistigen Dialog zu treten, diese Modelle reflektiert zu bewerten und die gewonnenen Erkenntnisse für Gegenwart und Zukunft fruchtbar zu machen. Die ÄsthetikEinsicht in die kunstvolle Gestaltung literarischer Werke und die Beschäftigung mit antiker Kunst generell schärfen das ästhetische Urteilsvermögen.

IndemPersönlichkeitsbildung sich die Schüler mit wesentlichen Fragen und zentralen Themen des Menschseins auseinandersetzen und verschiedene Antworten und Standpunkte kennenlernen, entwickeln sie ein fundiertes Wertebewusstsein. Dies ermöglicht ihnen eine Orientierung für die Gestaltung ihres eigenen Lebens und verschafft ihnen eine tragfähige Basis dafür, die Herausforderungen in Studium, Beruf und Gesellschaft erfolgreich zu bestehen.

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