5 Französisch (1. Fremdsprache) (5)

Die Schüler sind in der Grundschule bereits einer Fremdsprache begegnet und haben erste Erfahrungen mit interkulturellem Lernen gewonnen. Der fremden Sprache und Kultur haben sie sich auf spielerische Weise genähert und sprachpraktische Fertigkeiten insbesondere in den Bereichen Hörverstehen und Sprechen erworben. Auf dieser Grundlage wird mit Französisch als erster Fremdsprache am Gymnasium ein systematischer, dabei altersgemäßer Sprachlehrgang aufgebaut, der den Schülern im ersten Lernjahr grundlegende kommunikative ­Fertigkeiten und elementare sprachliche Mittel zur Verfügung stellt. Neben die Entwicklung der mündlichen Verstehens- und Ausdrucksfertigkeiten tritt der Umgang mit dem Französischen in geschriebener Form. Die Schüler üben das ­Erschließen und Erstellen einfacher Texte, auch auf kreative und spielerische Weise. Ihre Neugier auf Frankreich soll geweckt werden, indem sie Einblicke in das Alltagsleben unseres Nachbarlandes gewinnen und Ausschnitte aus der Erfahrungswelt Gleichaltriger kennenlernen. Sie begegnen auch ersten authentischen Texten.
Die Schüler machen sich mit grundlegenden Lern- und Arbeitstechniken des Fremdsprachenerwerbs vertraut, die auf eine kontinuierliche Arbeitsweise und selbständiges Lernen zielen. Abwechslungsreiche Übungsformen kommen ­ihrer altersgemäßen Lernfreude und Spontaneität entgegen und tragen ihrer noch begrenzten Ausdauer Rechnung.

In der Jahrgangsstufe 5 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • die kommunikativen Fertigkeiten und sprachlichen Mittel zur ersten elementaren Sprachverwendung ent­sprechend der Stufe A1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens
  • die Kenntnisse und Fertigkeiten, die zur inhaltlichen Erschließung und Erstellung von kurzen, einfachsten Texten befähigen
  • Einblicke in Alltagskultur und Geographie Frankreichs; Aufgeschlossenheit für kulturelle Unterschiede
  • Organisieren der Lernarbeit; Techniken des Memorierens und Lernens von Wortschatz und Grammatik sowie des selbständigen Übens; Mittel zur Fehlerkorrektur

F1 5.1 Sprache

Die Schüler lernen, sich in einfachen und altersgemäßen Situationen sprachlich zurechtzufinden, und trainieren dazu das Hörverstehen, die mündliche Ausdrucksfähigkeit sowie das Verstehen und Verfassen einfacher Texte. Sie erwerben einen elementaren Wortschatz und grundlegende grammatische Strukturen und erkennen wichtige Beziehungen zwischen Lautung und Schreibung. Besonderes Gewicht erhalten das Erlernen und Üben einer korrekten Aussprache und Intonation, auch in spielerischer, kindgemäßer Form.

Kommunikative Fertigkeiten

Hörverstehen

  • langsam und deutlich gesprochene Äußerungen, Fragen und Aufforderungen verstehen
  • bei Hörmaterial: kurze, langsam und deutlich gesprochene Sequenzen mit bekanntem Sprachmaterial zu kindgerechten Alltagsthemen verstehen

Mündliche Ausdrucksfähigkeit

  • sich an sehr einfachen, kurzen Gesprächen in deutlicher Artikulation in kindgemäßen Alltagssituationen beteiligen
  • sich unter Verwendung von einfachen Sprachmustern über vertraute Sachverhalte äußern, die die eigene Person und das unmittelbare Lebensumfeld betreffen, ggf. mithilfe von Mimik und Gestik
  • einfache Fragen beantworten und stellen

Leseverstehen

  • kurze und einfache, auch bildgestützte Texte, die häufig verwendete Wörter aus dem Alltagsbereich enthalten, global und im Detail verstehen
  • auf vertraute Themenbereiche bezogene, einfache, ggf. authentische Texte in ihren Hauptaussagen erfassen
  • einfache bekannte Texte mit korrekter Artikulation und Intonation sinndarstellend vorlesen

Schriftliche Ausdrucksfähigkeit

  • einfache, kurze Texte über sich selbst sowie über andere Personen, Gegenstände, den unmittelbaren Lebensraum und bestimmte Tätigkeiten verfassen

Sprachmittlung

  • sehr einfache Dolmetschleistungen in einfachen, kindgemäßen Situationen erbringen
  • sehr einfache und kurze, situativ eingebettete Textvorgaben sinngemäß ins Französische übertragen
  • ggf. auf kontrastive Sprachbetrachtung angelegte Textvorgaben ins Französische übersetzen

Sprachliche Mittel

Aussprache und Intonation

  • Aussprache und Intonation vorwiegend in imitativer und spielerischer Weise erlernen
  • die Lautung einfacher, unbekannter Wörter entdeckend erschließen
  • die zum Vermeiden von Aussprachefehlern bedeutsamen Zeichen der internationalen Lautschrift verstehen

Wortschatz und Idiomatik

  • ­die zur Bewältigung der genannten kommunikativen Aktivitäten und der ausgewiesenen Themen-bereiche notwendigen Wörter und Wendungen kennen und in eigenen Äußerungen gebrauchen:
    Wortschatz zur Kommunikation in verschiedenen schülernahen Bereichen des Alltagslebens, im Unterricht und zu kreativ-produktiven Sprechanlässen, wichtige grammatische Fachbegriffe, grundlegender landeskundlicher Wortschatz, Datum, Monate und Wochentage, Grundzahlen bis 100 (Zahlen ausschreiben: bis 20), einige Mengenangaben, wichtige Fragepronomen, einige wichtige Partikel (Adverbien, Präpositionen und Konjunktionen); einzelne häufig gebrauchte, für die Kommunikation notwendige Formen des conditionnel (z. B. je voudrais, on pourrait)
  • einfache Worterschließungstechniken kennenlernen

Grammatik

  • folgende Strukturen kennen und in eigenen Äußerungen gebrauchen:
    • Syntax: wichtige Satzarten (Aussage, Aufforderung, Ausruf, Frage mit est-ce que, Intonationsfrage, einfache Inversionsfrage mit nominalem Subjekt; einfache Nebensätze mit Relativpronomen (qui, que, ) und wichtigen Konjunktionen (z. B. parce que, quand); indirekte Rede in kommunikativ häufigen Situationen (ohne Zeitverschiebung, ohne indirekte Sachfrage)
    • Verb: Präsensformen der regelmäßigen Verben auf -er, -ir (ohne Stammerweiterung) und -re sowie einiger häufig gebrauchter unregelmäßiger Verben; häufige Imperativformen; futur composé; Verneinung
    • weitere Wortarten: Singular und regelmäßiger Plural des Substantivs; bestimmter und unbestimmter Artikel, Possessivbegleiter; unbetonte und wichtige betonte Personalpronomen, direkte Objektpronomen; einige häufig gebrauchte Adjektive
  • passé composé in bestimmten Fällen (nur als lexikalisches Phänomen)

Sprachreflexion

  • die wichtigsten Gesetzmäßigkeiten von Lautung und Schreibung erkennen
  • wichtige Unterschiede in Wortschatz und Strukturen zwischen dem Deutschen und dem Französischen erkennen

F1 5.2 Umgang mit Texten und Medien

Die Schüler sollen Freude am Hören und Lesen des Französischen gewinnen. Das Verfassen und Wiedergeben einfacher Texte soll ihren Sinn für einen möglichst unbefangenen Umgang mit der französischen Sprache wecken. Ihre Ausdrucksfreude wird durch spielerische und handlungsorientierte Formen unterstützt.

Texterschließung

Textarten: textes fabriqués sowie einfachste und kurze authentische fiktionale, auch nicht-fiktionale Texte, ggf. mit Anmerkungen: Dialoge, Spielszenen, Geschichten, persönliche Mitteilungen, Hörtexte, Reime, Kinderlieder, Bilder

  • Wortbedeutungen durch einfache Fragen klären
  • einfache Fragen zum Text beantworten und stellen, z. B. Nennen von Ort, Zeit, Personen
  • über erste Grundbegriffe zur Textarbeit verfügen
  • ggf. einen einfachen bekannten Text szenisch darstellen [ D 5.1; Ku 5.1]

Texterstellung

  • kurze, einfache Texte zu Situationen und Themen aus dem Unterricht erstellen; in einfachen Sätzen Fragen zu im Unterricht behandelten Texten beantworten
  • einfache persönliche Mitteilungen verfassen

F1 5.3 Interkulturelles Lernen und Landeskunde

Die Schüler lernen unser Nachbarland Frankreich in wichtigen Grundzügen kennen. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrungswelt nehmen sie Gemeinsamkeiten und einige Unterschiede im Alltagsleben wahr und sollen so die Bereitschaft entwickeln, einer anderen Kultur offen zu begegnen.

  • Grußformeln und Umgangsformen, elementare Höflichkeitsfloskeln
  • Familie und Tagesablauf, unmittelbare Lebenswelt, schulischer Alltag
  • Jahresablauf, wichtige Feste und Traditionen
  • Überblick über die Geographie Frankreichs, wichtigste Städte

F1 5.4 Lernstrategien und Methoden selbständigen Arbeitens

In der Begegnung mit den neuen Erfordernissen der ersten Fremdsprache am Gymnasium eignen sich die Schüler grundlegende fremdsprachenspezifische Arbeitstechniken an. Das Erlernen des Französischen als einer vom Deutschen typologisch verschiedenen Sprache fördert eine bewusste Aneignung von Methodenkompetenz. Dabei sollen die Schüler die Bedeutung kontinuierlichen und nachhaltigen Lernens und Übens für den Sprachfortschritt erkennen. 

  • Grundtechniken des Memorierens und Wiederholens von Wortschatz und Grammatik trainieren
  • erste Mittel der sprachenspezifischen Fehler- bzw. Selbstkorrektur kennenlernen
  • sich im Lehrwerk auskennen und es für das eigene Üben nutzen
  • sich auf Leistungserhebungen fachadäquat und zunehmend systematisch vorbereiten