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8 Katholische Religionslehre (2)

Im Schöpfungsglauben entdecken die Jugendlichen Lebensorientierungen, und sie lernen Konflikte als Zeichen einer erlösungsbedürftigen Welt verstehen. In geschichtlicher Rückfrage öffnen sich die Schüler der Ökumene und nehmen die heutige Kirche in den Blick. Vom christlichen Standpunkt aus befragen sie den aktuellen weltanschaulichen Markt.

In der Jahrgangsstufe 8 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • die naturwissenschaftliche von der religiösen Sicht der Wirklichkeit abgrenzen und Grundaussagen der biblischen Schöpfungserzählungen verdeutlichen können (Credo)
  • Versöhnung als christliche Aufgabe sehen und Formen verantwortlicher Schuldbewältigung kennen
  • anhand der Reformation die Grundfrage von göttlicher Gnade und menschlichem Tun erfassen, konfessionelle Unterschiede benennen und ein Beispiel gelebter Ökumene darstellen können 
  • wichtige Aufgabenfelder der Kirche von deren Selbstverständnis her begreifen
  • christliche Kriterien in der Bewertung neuer religiöser Strömungen und Psychokulte anwenden können

K 8.1 Gottes Schöpfung – Gabe und Aufgabe für den Menschen [ Ev 8.1]  (ca. 13 Stunden)

Jugendliche betrachten die biblischen Schöpfungsgeschichten oft als naturalistische Berichte, die einer überholten Weltauffassung entstammen. Deshalb soll ihnen einsichtig werden, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt, die Wirklichkeit zu befragen: Während es den Naturwissenschaften um Erklärungsmodelle geht, versuchen Ursprungserzählungen Lebensorientierung zu stiften. In biblischen Schöpfungstexten entdecken die Schüler grundlegende Aussagen über die Stellung des Menschen in der Welt. In der Auseinandersetzung damit werden sie sich der Verantwortung für die Schöpfung angesichts heutiger Gefährdungen bewusst.

  • komplementäre Sicht der Wirklichkeit: Staunen über die Schöpfung, z. B. Sonnengesang (Franz v. Assisi); naturwissenschaftliches Wissen über die Entwicklung von Welt und Leben, z. B. Urknall, Evolution [ B 8.3]; symbolische Weltdeutung in einer Ursprungserzählung, z. B. babylonischer, indianischer Schöpfungsmythos
  • biblische Schöpfungserzählungen (Gen 1,1-2,4a; 2,4b-25) – keine Berichte, sondern Grundaussagen zur Lebensorientierung vor dem Hintergrund ihrer Entstehungszeiten: Mensch als Geschöpf und Ebenbild Gottes, Hüter und Gestalter des Lebens (Gen 1,26-28; 2,15), Mann und Frau als gleichwertige Partner (Gen 1,27; 2,18-24), bleibende Gefährdung des Menschen (Gen 3)
  • Verantwortung für die Schöpfung ( Festkalender) in einem Anwendungsbereich,  z. B. Umwelt [ Ph 8.3], Ernährung und Gesundheit, Einzelfragen zur Sexualität [ B 8.4]; ggf. eigene Neufassung eines Schöpfungstextes (z. B. zu Gen 1-2; Ps 8; Ps 104)

K 8.2 Die Welt ist unvollendet: Konflikte, Schuld und Versöhnung  (ca. 10 Stunden)

In der Zeit des Heranwachsens erleben die Schüler sehr bewusst Auseinandersetzungen und Streit im privaten wie auch im gesellschaftlichen Bereich. Manchen Konflikten sind sie hilflos ausgesetzt, bei anderen sind sie aktiv beteiligt. Zugleich machen sie Erfahrungen von fremder oder eigener Schuld. Die Jugendlichen werden befähigt, die Ursachen, aber auch die Chancen von Auseinandersetzungen wahrzunehmen und Lösungswege zu entwickeln. Dabei entdecken sie, wie in der Bibel Konfliktsituationen bewältigt werden. Sie lernen verstehen, dass die heilende Wirkung der Vergebung durch Jesus als Neubeginn zu deuten ist und zu Frieden anhält.

  • Leben in einer unvollkommenen Welt: Konflikte mit anderen (z. B. in Familie, Schule, Gesellschaft) und mit sich selbst, Ursachen (z. B. Frustration, Aggression, berechtigte Anliegen) und Schulderfahrungen
  • Konflikt- und Schuldbewältigung im Schüleralltag [ S 8.1.2]: Kriterien an Fallbeispielen oder Dilemmageschichten entwickeln; biblische Impulse, z. B. Jesus und die Sünderin (Lk 7,36-50); Konfliktlösung als Chance für persönliches Reifen und Verantwortungsbewusstsein; ggf. Streitschlichtung
  • Sünde, Umkehr und Vergebung, Neuanfang: Parabel vom barmherzigen Vater (Lk 15,11-32); Grenzen einer nur zwischenmenschlichen Wiedergutmachung und die religiöse Dimension von Schuld, Jesus vergibt Sünden und heilt Menschen (z. B. Joh 7,53-8,11; Mt 9,1-8); Sakrament der Versöhnung und andere kirchliche Bußformen ( Festkalender), Impulse für ein friedliches Miteinander

K 8.3 Heilssehnsucht: Ringen um das ewige Leben im Reformationszeitalter [ Ev 8.3] (ca. 12 Stunden) 

Sehnsüchte, die über den Alltag hinausreichen, sind bei Jugendlichen fester Bestandteil des Lebens. Die Reflexion hierüber kann helfen, die Menschen am Beginn der Neuzeit zu verstehen. Die Schüler sollen erfassen, warum im späten Mittelalter die Erfüllung menschlicher Wünsche vor allem vom Jenseits erwartet wurde. Somit können sie die Härte nachvollziehen, mit der in der Reformationszeit um den rechten Weg zum ewigen Leben gerungen wurde [ G 7.3]. Auch wenn manche dieser Streitpunkte bis heute nicht geklärt sind, sollen die Jugendlichen doch die gemeinsame christliche Weltverantwortung als Gebot unserer Zeit erkennen.

  • Sehnsucht nach „mehr“ heute: gesellschaftliche Erscheinungsformen, z. B. Anziehungskraft neuartiger „Wallfahrtsorte“ (in Sport, Pop-Musik), moderner Reliquienkult, Drang zu umfassender Absicherung
  • Sehnsucht nach Heil im späten Mittelalter: Armutsbewegungen, alltägliche Erfahrung irdischer Vergänglichkeit und Streben nach Sicherung des ewigen Lebens, z. B. Wallfahrtswesen, Ablass, Stiftungen; Missbrauch solcher Bemühungen, z. B. Ablasshandel, übersteigerter Reliquienkult
  • ewiges Leben: Geschenk oder Frucht eigener Leistung? Luthers Turmerlebnis, Gründe für seine rasche Popularität [ L1 8.3, L2 8.3 Bibel], Konflikt mit dem Papsttum; Spaltung der Kirche, weitere reformatorische Bewegungen; Selbsterneuerung der katholischen Kirche nach dem Konzil von Trient [ Ku 7.4 Barock]
  • Momentaufnahmen der Ökumene: katholisch – evangelisch heute, v. a. im persönlichen Erfahrungsbereich

K 8.4 Zwischen Nähe und Distanz: Jugendliche begegnen der Kirche  (ca. 11 Stunden)

Die meisten Schüler im Religionsunterricht sind getaufte Christen, unterscheiden sich aber nach der Art und Intensität ihrer Beziehung zur Kirche. Gerade solche verschiedenartigen Erfahrungen bieten Anknüpfungsmöglichkeiten für sachgemäße Information und Auseinandersetzung. Vom eigenen Selbstverständnis her kommt die Kirche als Dienstgemeinschaft in den Blick, die auf erneuerbaren Wegen Lebenshilfe und persönliche Glaubensheimat anbietet, gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und weltweit für Solidarität eintritt ( Firmung).

  • persönliche Wahrnehmungen von Kirche, z. B. Jugendarbeit, Gottesdienste, Brauchtum, kirchliche Dienstleistungen vor Ort; Jugendliche zwischen Engagement, Berührungsvorbehalt und Abgrenzung
  • Annäherung an kirchliches Selbstverständnis in Leitvorstellungen ( Festkalender), z. B. Fußwaschung (Joh 13,1-15), Weinstock (Joh 15,1-8), Leib Christi (1 Kor 12,12-31a), Aussendung (Mt 28,19f.), pilgerndes Gottesvolk (II. Vaticanum); Kirche als Institution (kirchliche Grundvollzüge; Dienste, Ämter, Bedeutung des Papstamtes); ecclesia semper reformanda: Veränderungen und Neuansätze
  • Dienste der Kirche in der Welt: in unserer Gesellschaft, z. B. soziale Einrichtungen, aktuelle Stellungnahmen („kritisches Gewissen“), Internet-Seelsorge; internationale Solidarität, z. B. Missions- und Entwicklungsarbeit [ Geo 8.2], Begegnung mit Religionen und Kulturen

K 8.5 Religiosität und Lebensdeutung im Angebot – Orientierung auf dem Psychomarkt  (ca. 10 Stunden)

Jugendliche stoßen bei ihrer Suche nach Orientierung auf ein breit gefächertes religiöses, esoterisches und psychologisch ausgerichtetes Angebot, das häufig Elemente aus verschiedenen Kulturen und Theorien enthält. Im „spirituellen Supermarkt“ werden sie neugierig auf das, was ihren Sehnsüchten und den aktuellen Trends entspricht. Die Schüler erörtern die Tragfähigkeit derartiger Angebote und die Vereinbarkeit mit dem christlichen Glauben. So gewinnen sie Unterscheidungskriterien für den Umgang mit weltanschaulicher Pluralität.

  • Sichtung (para-)psychologischer und esoterischer Praktiken, Gründe für Neugier, z. B. Sehnsucht nach Orientierung, einfache Hilfen bei der Lebensbewältigung, Ausprobieren ohne Verpflichtung; Weltsicht der Esoterik und kritisches Nachfragen, z. B. Modetrends, Schicksalsglaube; ggf. naturwissenschaftliche und psychologische Erklärungen
  • Struktur, Methoden und Ziele einer neueren religiösen bzw. weltanschaulichen Bewegung oder Psychogruppe, z. B. Scientology, Gurubewegungen; Gefahren, z. B. Erzeugen von Angst, Indoktrinierung, finanzielle und psychische Ausbeutung; Probleme beim Ausstieg, z. B. Aussagen Betroffener
  • Erarbeitung von Beurteilungskriterien, z. B. im Blick auf Gottes- und Menschenbild, Entscheidungs- und Gewissensfreiheit, Tragfähigkeit für das Leben, Vereinbarkeit mit christlichem Glauben; ggf. Recherche bei kirchlichen Informationsstellen im Internet, Kontakt mit kirchlichem Beauftragten für Sekten und Weltanschauungsfragen
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