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Home » Lehrplan (Pflicht-/Wahlpflichtfächer) » III Jahrgangsstufen-Lehrplan » Jahrgangsstufe 9 » Geschichte
9 Geschichte (2)

Widerstreit der Ideologien und Systeme im 20. Jahrhundert

Ausgehend von der Beschäftigung mit der Weimarer Demokratie und der existenziellen Gefährdung demokratischer Ordnungen in Europa durch das nationalsozialistische Gewaltregime sehen die Jugendlichen, wie sich als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs die Teilung der Welt zwischen den neuen Supermächten USA und UdSSR vollzieht und im beginnenden Kalten Krieg Konfrontation, aber auch globale Stabilität als „Gleichgewicht des Schreckens“ herrschen. Vor diesem Hintergrund betrachten sie die historische Entwicklung nach 1945.

In der Jahrgangsstufe 9 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • Fähigkeit, den in Jahrgangsstufe 9 behandelten historischen Zeitraum anhand folgender Daten zu gliedern: 1918 Novemberrevolution; 1923 Hitlerputsch; 1929 Weltwirtschaftskrise; 30.1.1933 Hitler Reichskanzler; 9.11.1938 Novemberpogrom; 1.9.1939 Beginn des Zweiten Weltkriegs; Widerstand; 20. Juli 1944 Attentat auf Hitler; 8./9.5.1945 bedingungslose Kapitulation Deutschlands; 1946 Verfassung des Freistaats Bayern; 23.5.1949 Grundgesetz; 1949 Gründung der beiden deutschen Staaten; 17.6.1953 Aufstand gegen das DDR-Regime; 1961 Mauerbau; 1963 deutsch-französischer Freundschaftsvertrag
  • Fähigkeit, die folgenden historischen Begriffe zu verstehen, analytisch anzuwenden und sich mit ihrer Hilfe in Geschichte und Gegenwart zu orientieren: Völkerbund; Weimarer Verfassung; Inflation; „Machtergreifung“; Nationalsozialismus; Antisemitismus; „Ermächtigungsgesetz“; „Gleichschaltung“; „Nürnberger Gesetze“; systematische Vernichtung der europäischen Juden; Holocaust bzw. Shoa; Konzentrations- und Vernichtungslager; Münchner Abkommen; Konferenz von Potsdam; Flucht und Vertreibung; Besatzungszonen; Entnazifizierung; Währungsreform; Deutsche Frage; Kalter Krieg; Westintegration; NATO; Warschauer Pakt; europäische Einigung; Nahostkonflikt; Nord-Süd-Konflikt; UNO
  • Beherrschen von Fertigkeiten und Methoden: Erkennen manipulativer und propagandistischer Mittel in Massenmedien; Erfassen komplexerer Sachtexte; differenziertes Bewerten schriftlicher auch fremdsprachlicher Quellen und von Zeitzeugenberichten; Umgang mit Informationen aus dem Internet; Recherchieren in Bibliotheken und ggf. Archiven
  • Einsicht in den menschenverachtenden Charakter der nationalsozialistischen Ideologie und Bewusstsein von der Gefährdung der Demokratie durch extremistische Kräfte; Bereitschaft zum persönlichen Engagement für unsere freiheitlich-demokratische Wertordnung

G 9.1 Weimarer Republik (ca. 12 Std.)

Die Schüler lernen die krisenhaften Anfänge und die Konsolidierung der Weimarer Republik kennen. Sie gewinnen Einsicht in die historischen Prozesse, die zum Zusammenbruch der ersten deutschen Demokratie geführt haben.

  • Novemberrevolution 1918 und Weimarer Verfassung als Grundlegung der Demokratie
  • Krisenjahre bis 1923: Reparationen, Inflation, extremistische Gefährdungen
  • Verständigungspolitik Stresemanns und ihre Erfolge
  • die „Goldenen Zwanziger“
  • Ende der Weimarer Republik (1929/30-1933): Weltwirtschaftskrise, Präsidialkabinette

G 9.2 Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (ca.17 Std.)

Die Schüler lernen den Nationalsozialismus als ein politisches System kennen, das sich weltanschaulich als Gegner sowohl des westlichen Liberalismus als auch des Sowjetkommunismus versteht. Sie erfassen seine Innen- und Außenpolitik als Umsetzung einer menschenverachtenden Ideologie und vertiefen ihre Einsichten im Rahmen einer Exkursion zu einem Gedenkort für die Opfer des Nationalsozialismus.

  • totalitäre bzw. autoritäre Systeme in Europa am Beispiel des sowjetischen Stalinismus oder des italienischen Faschismus im Überblick
  • Ideologie des Nationalsozialismus, u. a. „Rassenlehre“, Antisemitismus und „Führergedanke“ [→ Ev. 9.1]
  • „Machtergreifung“ und „Gleichschaltung“; Systemstabilisierung u. a. durch Führerkult und Propaganda [→ Ku 9.2]
  • Leben im totalitären Staat, z. B. Jugend und Familie, Arbeit und Freizeit [→ K 9.3, Ev. 9.5, Eth 9.1]
  • Entrechtung, Verfolgung und Ermordung der Juden sowie weiterer Bevölkerungsgruppen [ → Ev. 9.1]; "Auschwitz-Lüge" als Geschichtsfälschung
  • Bayern im NS-Staat: München als „Hauptstadt der Bewegung“; Nürnberg als „Stadt der Reichsparteitage“; KZ Dachau als Zentrum des süddeutschen Lagersystems oder KZ Flossenbürg
  • Expansions- und Eroberungspolitik des „Dritten Reichs"; Zweiter Weltkrieg
  • Resistenz und Widerstand, u. a. Weiße Rose, Attentat auf Hitler am 20.7.1944 [→ K 9.3, Ev 9.5]
  • Kriegswende und „totaler Krieg“, Kriegsende in Europa und Asien

G 9.3 Blockbildung, deutsche Teilung und Ost-West-Konflikt bis in die 1960er Jahre (ca. 14 Std.)

Die Jugendlichen nehmen wahr, dass gegensätzliche Wert- und Ordnungsvorstellungen der Alliierten zur Teilung der Welt und zur Ausprägung zweier Staaten in Deutschland führen. Sie erkennen die Abhängigkeit der deutschlandpolitischen Vorgänge nach 1945 von der internationalen Blocksituation. Ihnen wird bewusst, dass Erfahrungen mit der Katastrophe des Nationalsozialismus und die Position Deutschlands im Ost-West-Konflikt die Westorientierung der Bundesrepublik sowie die Integration der DDR in den Ostblock bedingen. Die inneren Verhältnisse der beiden deutschen Staaten werden als Ausprägungen kontrastierender Entwicklungen erkannt.

  • Situation in Deutschland in Folge von Kriegsniederlage und bedingungsloser Kapitulation; Flucht und Vertreibung
  • Besatzungsherrschaft und staatlicher Neubeginn am Beispiel Bayerns; Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in Bayern, z. B. Sudetendeutsche, Schlesier o. a.
  • Nürnberger Prozesse, Entnazifizierung
  • Zerbrechen des alliierten Bündnisses und Teilung Deutschlands
  • Entstehung gegensätzlicher politischer und wirtschaftlicher Strukturen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR; Auswirkungen auf das Alltagsleben in Ost und West
  • Blockbildung im Zeichen des Kalten Kriegs
  • außen- und deutschlandpolitische Entscheidungen bis zum Beginn der 1960er Jahre; Mauerbau
  • Aussöhnung mit Israel

G 9.4 Weltpolitische Veränderungen im Schatten des Kalten Kriegs (ca. 8 Std.)

Die Schüler begreifen, wie der Ost-West-Konflikt die Entwicklungen in vielen Regionen der Erde entscheidend prägt und die Rahmenbedingungen nicht nur für die beginnende europäische Integration, sondern auch für das Schicksal der nun selbständigen ehemaligen Kolonialstaaten sowie des Staates Israel setzt.

  • Anfänge der europäischen Integration: Deutsch-Französische Freundschaft
  • Entkolonialisierung: Grundzüge und Auswirkungen auf die betroffenen Völker an einem Beispiel
  • Nord-Süd-Konflikt: die Entwicklungsländer seit der Loslösung von den ehemaligen Kolonialmächten; Auswirkungen des Ost-West-Konflikts [→ Geo 8.3]
  • der Nahostkonflikt: historische Dimensionen; Gründung des Staates Israel; Entwicklung bis zum Sechs-Tage-Krieg [→ K 9.2, Ev. 9.1, Geo 8.2.1]
  • Friedenssicherung im Rahmen der UNO: Möglichkeiten und Grenzen am Beispiel einer internationalen Krise der 1950er oder 1960er Jahre

G 9.5 Jahrgangsstufenbezogene exemplarische Vertiefungen (ca. 5 Std.)

Anhand der jahrgangsstufenbezogenen exemplarischen Vertiefungen wiederholen die Schüler zentrale Inhalte unter veränderter Perspektive und verknüpfen sie miteinander. Von den angegebenen Themen ist eines verpflichtend:

  • Bayern und die Demokratie, z. B. Kurt Eisner, bayerische Räterepublik, Entwicklung der NSDAP
  • Erlebnis Geschichte: Ausstellung mit lokalgeschichtlichem Bezug, z. B. „Leben in der Diktatur“, „Antisemitismus in unserem Ort“, „Widerstand in unserem Ort“, „Umgang mit Erinnerungen an den Nationalsozialismus“
  • Berlin als deutsche Hauptstadt im 20. Jahrhundert
  • Monumentalarchitektur und Denkmäler als Zeugnisse der Ideologien und Weltanschauungen ihrer Entstehungszeit
  • Erlebnis Geschichte: Tagebuch eines Flüchtlings im Westen oder Osten Deutschlands; Zeitzeugenbefragung und Auswertung von Dokumenten; Ausstellung zum Wandel der Jugendkultur zwischen den 1950er Jahren und der Gegenwart.
  • Geschichte vor Ort: Straßennamen als Ausdruck des Wandels der politischen Verhältnisse; Stadt- und Ortspläne als historische Quelle
  • vom "Erbfeind" zum Partner: wechselvolle Wahrnehmung von Deutschen und Franzosen
  • das politische Attentat in der Geschichte, z. B. Franz Ferdinand, Eisner, Rathenau, Hitler, Kennedy

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