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10 Ethik (2)

In dieser Jahrgangsstufe werden die Schüler mit Grundfragen der Anthropologie als philosophischer Reflexion über den Menschen vertraut. Sie wenden ihre bisher erworbenen Kenntnisse über Weltreligionen an, um die Relevanz religiöser Sinnstiftung beurteilen zu können. Im Bereich der angewandten Ethik bieten die Themen Medizinethik und Ethik des wirtschaftlichen Handelns Gelegenheit zu einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit.

In der Jahrgangsstufe 10 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • ethische Grundpositionen der Antike erläutern können
  • philosophische Grundbegriffe und -modelle sowie ihre Inhalte kennen und verstehen: Höhlengleichnis Platons, Gesellschaftsvertragstheorie bei Hobbes, Rousseau und Kant

  • zentrale Aspekte religiöser Lebens- und Weltorientierung erfasst haben

  • eine medizinethische Fallanalyse nach einem eingeübten Schema durchführen und die Entscheidung begründen

  • zwei Personbegriffe unterscheiden können

  • mit wirtschaftsethischen Grundbegriffen vertraut sein

Eth 10.1 Philosophisch-ethische Deutungen des Menschen (ca. 18 Std.)

Die Schüler erkennen die bedeutende Rolle der Sophisten am Beginn der europäischen philosophischen Ethik und beschäftigen sich mit den kritischen Gegenpositionen des Sokrates und Platons. Dadurch schaffen sie sich eine Grundlage, auf der sie ein vertieftes Verständnis für die später thematisierten philosophisch-ethischen Menschenbilder entwickeln können. Das Konstrukt eines menschlichen Naturzustandes und die Genese von Staat und Gesellschaft lassen sich exemplarisch am Gegensatz der Vorstellungen von Hobbes, Rousseau und Kant aufzeigen.

  • Sophisten (Protagoras, homo-mensura-Satz u. a.)
  • Sokrates und Platon: Grundpositionen [→ Gr3 10.2]
  • ­der Mensch als bildungsfähiges Wesen: Platons Höhlengleichnis
  • ­die neuzeitliche Gesellschaftsvertragstheorie bei Hobbes, Rousseau und Kant (modellhafter Dreischritt: Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Staat); jeweils unterschiedliche Vorstellungen vom Naturzustand; die diesem zugrunde liegenden Unterschiede im Menschenbild und Konsequenzen für die Staatsauffassung

Eth 10.2 Religionsphilosophie und vergleichende Betrachtung der Weltreligionen (ca. 13 Std.)

Die Begegnung mit den Weltreligionen wird in der Jahrgangsstufe 10 weiter vertieft, indem einige zentrale Aspekte religiöser Lebens- und Weltorientierung aufgegriffen und die Antworten der Religionen miteinander verglichen werden. In der Auseinandersetzung mit religionsphilosophischen Fragen soll den Schülern der Zusammenhang von religiösen und ethisch-philosophischen Problemen und Methoden deutlich werden.

  • ­religiöse Menschenbilder am Beispiel der drei Abrahamsreligionen Judentum, Christentum und Islam im vertieften Vergleich: Verhältnis von Schöpfer und Geschöpf und die sich daraus ergebenden Forderungen für das Leben; Eingehen auf ihre jeweiligen ethischen Grundaussagen zu zentralen Fragen des Lebens
  • ­Problematik der Theodizee
  • ­der Wahrheitsanspruch der Religionen und das Problem des interreligiösen Dialogs (z. B. Ringparabel bei Lessing)
  • Positionen der Religionskritik aus der Neuzeit (z. B. Feuerbach, Marx, Nietzsche, Whitehead)

Eth 10.3 Ethik des wirtschaftlichen Handelns [→ WR 10] (ca. 10 Std)

Die Schüler sollen die Veränderungen des Arbeitsethos im Verlauf der Geschichte erfassen und bewerten. In der Beschäftigung mit ökonomischen Grundlehren von Adam Smith erarbeiten sie sich ein Grundmodell der Theorie des wirtschaftlichen Handelns, das in Kontrast zu tugendethischen Vorstellungen einer normativen Ethik steht. Anhand ausgewählter Problemfelder der Wirtschaftsethik erkennen die Schüler komplexe Zusammenhänge zwischen ethischen und ökonomischen Fragen.

  • ­Veränderungen des Arbeitsethos und der Wirtschaftsethik: Einstellungen der Antike zu Arbeit und Reichtum; Einfluss des Mönchtums; Adam Smith: wirtschaftliches Handeln als Marktgeschehen und das Erklärungsmodell der „Unsichtbaren Hand“; entfremdete bzw. entfremdende Arbeit
  • ausgewählte Problemfelder: z. B. soziale Gerechtigkeit, Globalisierung [→ Geo 10.5], Umwelt [→ Geo 10.5] , Arbeitsplatzerhaltung, Werbung

Eth 10.4 Medizinethik (ca. 15 Std.)

Die Schüler setzen sich mit klassischen und aktuellen Fragen der Medizinethik bzw. Bioethik auseinander. Anhand von ethischen Kriterien lernen sie, ein Modell der medizinethischen Entscheidungsfindung zu erarbeiten und an Fallbeispielen anzuwenden. Dabei werden verschiedene Ansätze der bio- bzw. medizinethischen Diskussion besprochen. Den Schülern soll dabei bewusstwerden, dass die Kriterien der allgemeinen Ethik auf die spezifischen Problemfelder einer angewandeten Ethik bezogen werden müssen.

  • ­medizinethische Grundbegriffe wie Menschenwürde, Leben, Gesundheit, Person (substanzialistischer und qualitativ-aktualistischer Personbegriff)
  • ­Eid des Hippokrates (drei Grundprinzipien: Wohl des Patienten, Wille des Patienten, Nichtschadenspflicht)
  • ­Modell einer medizinethischen Entscheidungsfindung: Frage nach der Erlaubtheit der Ziele und Mittel; sog. amerikanisches Modell der Medizinethik (vier prima-facie-Prinzipien: Nichtschaden, Fürsorgepflicht, Patientenautonomie, soziale Gerechtigkeit)
  • medizinethische Probleme anhand von zwei Beispielen (z. B. Schwangerschaftsabbruch, pränatale Diagnostik[→ Bio 9.3], Gentherapie [→ Bio 9.5], Organtransplantation, Sterbehilfe, Stammzellenforschung)
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