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10 Katholische Religionslehre (2)

Die Jugendlichen bedenken Grenzfragen des Lebens und erfassen die christliche Verantwortung für die Wahrung der Menschenwürde. In der Orientierung an Jesus Christus erkennen sie ein bleibendes Maß des Handelns und Hoffens. Die Schüler entdecken die Kraft innerer Sammlung und richten den Blick auf  Einflüsse fernöstlicher Religiosität sowie auf den heutigen interreligiösen Dialog. Die Themenkreise dieser Jahrgangsstufe führen in inhaltliche und methodische Schwerpunkte der Oberstufe ein.

In der Jahrgangsstufe 10 erwerben die Schüler folgendes Grundwissen:
  • in Fragen der Menschenwürde und des Lebensschutzes christliche Werthaltungen begründen können
  • die Besonderheit des christlichen Auferstehungsglaubens gegenüber anderen Jenseitsvorstellungen begreifen, Beispiele für Leidbewältigung  aus dem Glauben kennen
  • fähig sein, die Frage nach dem historischen Jesus und dem Christus des Glaubens zu erläutern (Credo) sowie eine Kernaussage der Bergpredigt zu erschließen 
  • Meditation und Gebet als innere Quelle für die Lebensgestaltung wahrnehmen
  • fernöstliche Religiosität in Hauptaspekten darstellen und vom christlichen Glauben unterscheiden können, die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs erkennen 

K 10.1 Gewissen konkret: Verantwortung für das Leben übernehmen (ca. 11 Stunden) 

Wissen und Können moderner Lebenswissenschaften, z. B. Biotechnologie, führen die Schüler zu Faszination und Hoffnung, aber ebenso zu Ängsten und Sorgen. In Grenzfragen des Lebens lassen staatliche Regelungen häufig Raum für den Gewissensentscheid des Einzelnen und rufen in die Verantwortung. Durch das Abwägen von Argumenten aus christlicher Sicht werden die Jugendlichen auf solche Entscheidungssituationen vorbereitet. Sie erkennen, dass Christen dem Einsatz für die Menschenwürde und den unbedingten Schutz des Lebens verpflichtet sind. Konkrete Schritte sozialen Handelns können sie auch außerschulisch erproben.

  • Lebensrecht und Menschenwürde auf dem Prüfstand: Chancen und Risiken moderner Medizin und Humangenetik [→ B 9.3, B 10.2], z. B. pränatale Diagnostik, Fortpflanzungsmedizin, Organersatz
  • Suche nach verantwortbaren Lösungen durch Güterabwägung bei Wertkonflikten [→ Sk 10.1], z. B. Schutz des Individuums, Hilfe für Leidende, Forschungsfreiheit; Gefahren der normativen Kraft des „Machbaren“; Bedeutung von Gewissen und Gewissensbildung, ethische Maßstäbe einer christlichen Gewissensentscheidung, v. a. Gottebenbildlichkeit des Menschen (Gen 1,27) und unbedingter Vorrang des Lebens, Doppelgebot der Liebe (Mt 22,36-40)
  • dem Leben dienen: professionelle und ehrenamtliche Arbeit von kirchlichen Organisationen, z. B. Caritas, Sozialdienst katholischer Frauen; Wertbewusstsein entwickeln, z. B. als Haltung des Mitleidens (compassion); ggf. praktischer Einsatz in sozialen Projekten, z. B. für Menschen mit Behinderung

K 10.2 Leben an der Grenze: Tod und Jenseitserwartungen [→ Ev 10.4]  (ca. 11 Stunden)

Oft ausgelöst durch Erfahrungen im eigenen Lebensbereich, stellen sich Jugendliche den Fragen nach Altern, Sterben und Tod sowie nach einem jenseitigen Leben. Im Unterricht begegnen die Schüler grundlegenden Antwortversuchen aus verschiedenen Kulturen. Christliche Deutungen, die im Glauben an die Auferstehung gründen, und daraus erwachsende Solidarität mit Sterbenden können in den jungen Menschen zur Hilfe für ihr eigenes Leben und zu einer verantwortungsvollen Sicht von Grenzsituationen heranreifen.

  • angesichts des Todes: Ausdrucksformen der Betroffenheit in gesellschaftlichen und religiösen Handlungsformen, z. B. Darstellung in den Medien, Traueranzeigen, Grabkultur (→ Festkalender); Phasen des Sterbens und Trauerns, Aufbrechen der Theodizeefrage
  • grundlegende Jenseitserwartungen: personales Weiterleben, z. B. Islam, Judentum; Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten, z. B. Hinduismus, Buddhismus; Tod als absolutes Ende in naturalistischer Sicht; christliche Jenseitsvorstellungen (Himmel, Hölle, Läuterung), Auferstehungstexte bei Paulus (1 Kor 15,3-8.51-57) und in den Evangelien (z. B. Mk 16,1-8), Interpretation in Kunst oder Musik
  • Beispiel einer Grenzsituation aus christlicher Sicht: Sterbebegleitung und Euthanasie, Suizid, Todesstrafe

K 10.3 Jesus, der Christus: "Eckstein" unseres Glaubens (ca. 13 Stunden)

Christlicher Glaube ist Glaube an die zentrale Bedeutung Jesu Christi. Anhand verschiedener Jesusbilder entdecken die Jugendlichen vielfältige Ausdrucksformen dieses Bekenntnisses. Durch kritische Rückbesinnung erhalten sie Einblick in die Frage nach dem historischen Jesus und erfahren, dass seine Person im Neuen Testament immer schon vom Glauben an die Auferweckung her gedeutet ist. Die Bergpredigt Jesu als provozierende Konkretion christlicher Botschaft gibt Anstöße für die Lebensausrichtungen junger Menschen.

  • Jesus Christus im Erfahrungsbereich der Jugendlichen, z. B. in Musik, Film, Kunst oder Literatur (ggf. Recherche im Internet); in der Sprache der Kirche, z. B. Gebete, Bekenntnisse
  • Problem des historischen Jesus: außerbiblische Jesuszeugnisse, Jesus in den Evangelien, z. B. Geburtsgeschichten, Wundererzählungen
  • Jesus, der Christus: Glaube an die Auferweckung als entscheidendes Kriterium (1 Kor 15,14); Nachdenken über Jesus und seine Bedeutung: sein Tod (z. B. Mk 10,45; Lk 24,25-27), ausgewählte Hoheitstitel (→ Festkalender), z. B. Christus, Kyrios, Gottessohn
  • Bergpredigt als bleibende Herausforderung: inhaltlicher Überblick und Auseinandersetzung mit einer exemplarischen Stelle (z. B. Mt 5,43-48), Impulse für heutige Wege der Nachfolge Jesu

K 10.4 Zur inneren Mitte finden – Sinnerfahrung und christliches Handeln (ca. 10 Stunden) 

In der Medien- und Freizeitgesellschaft sind die Jugendlichen einer Fülle von Reizen und Eindrücken ausgesetzt, die sie ordnen und verarbeiten müssen. Die Hinführung zu meditativen Formen soll den Schülern bereichernde Möglichkeiten der inneren Sammlung und Sinnerfahrung erschließen. Aus dieser Kraft der Stille heraus haben Christen zu allen Zeiten Aufbrüche gewagt, um die Welt im Sinne Jesu zu verändern. Die Jugendlichen können solche Anregungen aufnehmen, sich Gott zu öffnen und daraus ihre Lebenswelt mitzugestalten.

  • Erlebnis, Leistung, Konsum - reicht das? Sehnsucht nach Geborgenheit und Glück, Erfahrungen wie Langeweile, Orientierungslosigkeit, Angst; daraus sich ergebende Fragen nach dem Sinn des Daseins
  • Meditation und Gebet als Weg zu sich selbst und zu Gott: das eigene Innere und die Wirklichkeit bewusst wahrnehmen, z. B. Bild-, Musik-, Text-, Symbolmeditation; Meditation und Gebet in verschiedenen Weltreligionen
  • Meditation trägt Früchte: innere Ruhe und Sinn finden, sich in andere einfühlen können; sich zum Handeln inspirieren lassen: Aufbrüche einzelner Christen und kirchlicher Gemeinschaften, z. B. Benedikt v. Nursia, Ignatius v. Loyola, M. Delbrêl, Gemeinschaften von Taizé oder St. Egidio
  • Maria als Typus des hörenden und für Gott offenen Menschen (z. B. Lk 1,46-55; 2,19), ggf. künstlerische Darstellung; wie Menschen aus dieser Haltung Kraft gewinnen, z. B. Volksfrömmigkeit (→ Festkalender)

K 10.5 Christentum im Pluralismus von Religionen und Kulturen: Hinduismus und Buddhismus [→ Ev 10.3]  (ca. 11 Stunden)

Jugendliche zeigen Interesse an fremden Religionen, die durch globale Beziehungen und Medienberichte verstärkt in den Blick rücken. Fernöstliche Traditionen bieten für unsere Kultur ungewohnte religiöse Wege, die jedoch manchen gesellschaftlichen Sehnsüchten entgegenkommen. Vor allem durch die Auseinandersetzung mit dem Hinduismus und Buddhismus erfassen die Schüler die Eigenart östlicher und westlicher Religiosität, die Besonderheit des Christentums und erlernen dabei Ansätze des interreligiösen Dialogs [→ Geo 10.1, Geo 10.5].

  • Anziehungskraft fernöstlicher Religiosität für die heutige Gesellschaft, z. B. Reinkarnation, Zen, Dalai Lama, Tao
  • Leben und Glauben im Hinduismus: geschichtliche Ursprünge, soziale Welt, z. B. Kastenwesen, Stellenwert der heiligen Kuh; Frömmigkeitsformen, z. B. Götterverehrung, Yoga, Totenverbrennung; Befreiung aus dem Kreislauf von Werden und Vergehen als Lebensziel
  • Buddhismus als Reformbewegung des Hinduismus: Gautamas Leben, seine Suche nach Befreiung vom Leid, seine Lehre, seine Verehrung; religiöser Alltag von Laien und Mönchen, Buddhisten in Deutschland
  • Christentum im Dialog: fruchtbare Anstöße, z. B. Meditation, Achtsamkeit gegenüber der Natur, Gewaltlosigkeit; Unterschiede, z. B. in Lebensgefühl und Erlösungsvorstellungen; Impulse zur Verständigung der Religionen [→ G 10.3], z. B. Friedensgebet in Assisi, Projekt "Weltethos", Enzyklika Deus caritas est (Benedikt XVI.)
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